Einbrecherbande verurteilt

Das Landgericht Konstanz hat sechs Personen verurteilt – eine Einbrecherbande, die in den vergangenen Jahren auch im Thurgau ihr Unwesen trieb.

Eva Maria Vaassen
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KONSTANZ. Zu Freiheitsstrafen zwischen acht Monaten und sechs Jahren hat das Landgericht Konstanz fünf Männer und eine Frau aus Konstanz verurteilt. Einem 21-Jährigen gewährte das Gericht nach Jugendrecht eine Vorbewährung von einem halben Jahr. Erst nach Ablauf dieser Frist soll über die Verhängung einer Jugendstrafe von zwei Jahren entschieden werden.

Wohnungen, Firmen, Schulen

Alle Angeklagten gehörten einer Einbrecherbande an, die ab Juni 2011 bis Herbst des vergangenen Jahres in Konstanz und im Kanton Thurgau ihr Unwesen trieb. Die Bande gruppierte sich um einen 54jährigen Mann, seine 28jährige Tochter und seinen 24jährigen drogensüchtigen Sohn.

Vater und Tochter hielten sich eher im Hintergrund, spähten Tatobjekte aus oder halfen beim Abtransport oder Veräussern der Beute. Zielobjekte waren zahlreiche Wohnungen, Geschäftsräume, aber auch Schulen und sogar Kindergärten.

Tresor geknackt

Die Täter hatten es insbesondere auf elektronische Geräte, aber auch auf Schmuck und Bargeld abgesehen. In Kreuzlingen rissen sie einen 200 Kilogramm schweren Tresor aus den Geschäftsräumen einer Personalvermittlungsfirma, den sie in einem Waldstück knackten. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft von einem Gesamtschaden in einer Höhe von 180 000 Euro ausgegangen. Tatsächlich konnte das Gericht den Angeklagten aber nur knapp die Hälfte von rund 30 vorgeworfenen Einbruchdiebstählen nachweisen.

Zur Verurteilung gelangte auch ein bewaffneter Raubüberfall vom Januar 2012 auf eine Konstanzer Tankstelle, den der 24-Jährige zusammen mit einem 20jährigen Mitangeklagten begangen hatte. Die vier jungen Männer mussten sich ausserdem wegen mehrerer Drogendelikte verantworten. Ab Sommer vorigen Jahres transportierten sie regelmässig Marihuana von Zürich nach Konstanz. Im September ernteten sie von einem Hanffeld bei Engwilen 10 Marihuanapflanzen ab, aus denen sie ein Pfund Cannabis präparierten. Der Stoff sollte zum Grossteil gewinnbringend verkauft werden.

Sechs Jahre für den Sohn

Der 54-Jährige, der auch wegen Waffenbesitzes angeklagt war, und seine mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte Tochter kamen jetzt mit Bewährungsstrafen davon. Der 24jährige Sohn wurde mit sechs Jahren Haft am schwersten bestraft. Zugleich ordnete das Gericht an, dass er in einer Entzugsanstalt untergebracht wird.