«Droht der HSG ein weiterer Imageschaden?» – CVP-Kantonsrat Dominik Gemperli stellt der Regierung Fragen zum Fall Stach

Der St.Galler Rechtsanwalt und HSG-Universitätsrat Patrick Stach hat laut Bundesgericht mit einer überrissenen Honorarforderung gegen das Gesetz verstossen. Ist das ein erneuter Vertrauensverlust für die HSG?

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Was bedeutet der Fall Stach für die HSG? Kantonsrat Dominik Gemperli befürchtet einen Imageschaden.

Was bedeutet der Fall Stach für die HSG? Kantonsrat Dominik Gemperli befürchtet einen Imageschaden.

(Bild: Lisa Jenny)

(lim) Der vom Bundesgericht verurteilte St.Galler Rechtsanwalt und Universitätsrat Patrick Stach wird Thema im Kantonsparlament. Der Goldacher CVP-Kantonsrat Dominik Gemperli hat nun eine Einfache Anfrage eingereicht. Er will von der Regierung wissen, was der vom «St.Galler Tagblatt» publik gemachte Fall für das Image der Universität St.Gallen bedeutet.

Vertrauensverlust nach Spesenskandal

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Person mit einem HSG-Mandat Negativschlagzeilen macht. Dominik Gemperli verweist auf den Spesenskandal der Universität, der in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor präsent sei. Er schreibt von einem Vertrauensverlust.

«Nun wurde publik, dass sich ein Mitglied des Universitätsrates im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit nicht regelkonform verhielt und stark überhöhte Forderungen gegenüber einer Klientin stellte», hält Gemperli fest. Und:

«Es rechtfertigt sich grundsätzlich die Frage, ob sich ein solches Verhalten mit dem Mandat eines Universitätsrates vereinbaren lässt. Gerade in einer Zeit, in der die Integrität der Verantwortungsträger der HSG besonders wichtig erscheint.»
Dominik Gemperli, CVP-Kantonsrat, Goldach.

Dominik Gemperli, CVP-Kantonsrat, Goldach.

(Bild: Ralph Ribi)

Gemperli schreibt weiter, dass man zwischen dem beruflichen Verhalten des Universitätsrates und der Institution an sich unterscheiden müsse. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung werde aber eine Verbindung zur HSG hergestellt. «Ein weiterer Imageschaden ist zu befürchten.» Der CVP-Kantonsrat bittet die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie ist die Haltung der Regierung zu dem vorstehend beschriebenen Sachverhalt? Lässt sich der beschriebene Sachverhalt, beziehungsweise das disziplinarisch festgestellte Fehlverhalten mit dem Mandat eines Universitätsrates vereinbaren? Droht der Universität ein weiterer «Imageschaden»?
  • Spielt das Verhalten im beruflichen Umfeld für die Ausübung eines wichtigen Mandats an der Universität St.Gallen eine Rolle?

Regierung entscheidet über allfällige Abwahl

Das Bundesgericht hatte Stach vor kurzem in letzter Instanz wegen krass übersetzter Honorarforderung sowie unzulässiger Honorarvereinbarung mit 10'000 Franken empfindlich gebüsst und sein Verschulden als mittel bis schwer qualifiziert. Der Anwalt hatte gegen die im Anwaltsgesetz festgelegten Berufsregeln verstossen.

Über eine allfällige Abwahl während der Amtsdauer kann einzig die Regierung entscheiden. An einer Sitzung vom Dienstag hatte Stefan Kölliker, Bildungschef und Präsident des Universitätsrats, das Kollegium über den Fall informiert. Es blieb vorerst dabei. Wann die Regierung über das weitere Vorgehen entscheidet, ist noch unklar. Den Fall bearbeitet nun das Bildungsdepartement. Im Frühsommer steht die Erneuerungswahl des gesamten Universitätsrats an.

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