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Ein Walliser Wolf in St.Gallen

Der Wolf, der Mitte Mai in Untereggen und Heiden Schafe gerissen hat, stammt nicht aus dem Calanda-Rudel und wurde auch nicht in Schlieren vom Zug überfahren: Das männliche Tier ist aus dem Wallis in die Ostschweiz eingewandert.
Adrian Vögele
Ein Wolf, fotografiert im Mai 2013 im Goms. Auch der Wolf im Raum St. Gallen ist aus dem Wallis eingewandert. (Bild: ky/Marco Schmidt)

Ein Wolf, fotografiert im Mai 2013 im Goms. Auch der Wolf im Raum St. Gallen ist aus dem Wallis eingewandert. (Bild: ky/Marco Schmidt)

Urplötzlich tauchen sie irgendwo auf – und sind ebenso schnell wieder weg: Derzeit erstaunen die Wölfe die Schweiz mit ihrer Fähigkeit, lange Strecken innert kürzester Zeit zurückzulegen. Dass vor allem männliche Jungwölfe aus Unerfahrenheit grosse Risiken eingehen und sich in dichtbesiedelte Gebiete vorwagen, zeigt das Beispiel von M43, der im Juni von einem Zug überfahren wurde – in Schlieren.

Im Raum St.Gallen dürfte mancher hellhörig geworden sein, als der tödliche Unfall von M43 bekannt wurde: In Untereggen und Heiden hatte ein Wolf Mitte Mai mehrere Schafe gerissen. Die Identität des Raubtiers war zunächst nicht näher bestimmt; die DNA-Analyse ergab vorerst nur, dass es sich um ein Tier italienischer Abstammung handelt.

Erstes Zeichen Anfang April

Nun ist die DNA-Analyse abgeschlossen. Die detaillierten Resultate zeigen: Die Vorfälle im Raum St.Gallen und in Schlieren haben nichts miteinander zu tun. Der St.Galler Wolf, ein Männchen namens M45, wurde erstmals Anfang April in Bitsch im Kanton Wallis nachgewiesen, wie der Ausserrhoder Jagdverwalter Willi Moesch sagt. Anschliessend wanderte der Wolf in den Kanton Obwalden, Anfang Mai tauchte er im Kanton Schwyz auf. In beiden Kantonen riss er mehrere Schafe.

M45 stammt nicht aus dem Calanda-Rudel. Dies im Gegensatz zu M43, der in Schlieren unter den Zug geriet. M43 war über Glarus und Schwyz in den Kanton Zürich gewandert.

Wo sich der St.Galler Wolf derzeit aufhält, ist unklar. «Seit den Vorfällen von Mitte Mai gab es in der Region keine Anzeichen mehr für die Präsenz eines Wolfs», sagt Willi Moesch. Auch über das Alter des Tieres ist nichts bekannt. Dies im Gegensatz zu M43: Dieser stammte aus dem letztjährigen Wurf des Calanda-Rudels.

Zwei von fünf Welpen tot

M43 ist nicht der erste junge Calanda-Wolf, der früh ums Leben kam. Sein Bruder, ebenfalls 2013 geboren, wurde im Januar bei Tamins von einem Wilderer abgeschossen. Somit sind zwei von fünf Welpen des letztjährigen Wurfs tot, wie Georg Brosi, Leiter des Bündner Amts für Jagd- und Fischerei, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Wo sich die drei weiblichen Tiere des Wurfs befinden, ist unbekannt. Jedoch entfernen sich junge Weibchen in der Regel weniger weit vom heimischen Revier als junge Männchen.

Weitere Mitglieder des Calanda-Rudels sind bereits früher sprichwörtlich unter die Räder geraten: Wolf M36, im Frühling 2012 geboren, verliess seine Heimatregion in südlicher Richtung und wanderte bis ins Tessin. Am Ufer des Lago Maggiore wurde er von einem Zug überfahren und getötet. Einen Unfall auf der Strasse hatte M38: Er war ins Wallis abgewandert, kehrte dann aber ins Bündnerland zurück und wurde in der Surselva von einem Auto angefahren.

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