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Neuer St.Galler Bahnhof: Ein Volksfest mit einem Flügelschlag Poesie

Etwa 10'000 Besucherinnen und Besucher trotzten am Freitag und Samstag dem Dauerregen beim Einweihungsfest des Bahnhofs und Bahnhofplatzes St.Gallen. Sie erlebten das erhoffte Volksfest und ab und zu einen magischen Moment.
Michael Hasler
Eigens für das Einweihungsfest des neuen St.Galler Bahnhofs hat der Swiss Nouveau Cirque den Glaskubus inklusive Rolltreppe zu seiner Bühne gemacht. (Bild: Ralph Ribi)

Eigens für das Einweihungsfest des neuen St.Galler Bahnhofs hat der Swiss Nouveau Cirque den Glaskubus inklusive Rolltreppe zu seiner Bühne gemacht. (Bild: Ralph Ribi)

Esther Räber ist an diesem Einweihungsfest nicht zu beneiden. Als Projektverantwortliche ist der Wetterradar in den letzten 48 Stunden zu ihrem engsten Freund – oder vielmehr Feind – geworden. Ihre Beschwörungen blieben unerhört – die beiden Einweihungstage variieren nur in der Intensität des Regens. Ruhephasen gibt es kaum. Am Samstagnachmittag ist sie dennoch glücklich. Erlösung schwingt in ihren Sätzen mit. Und das Erstaunen darüber, dass sich die Ostschweiz und natürlich insbesondere die St.Galler nicht von den widrigen Witterungsbedingungen von einem Festbesuch abhalten liessen.«Nein, viel geschlafen habe ich nicht, dafür umso mehr nachgedacht, wie wir die verschiedenen Aktivitäten umplatzieren können ins Trockene», erzählt sie geduldig. Und sie wagt bereits am frühen Nachmittag das erste Fazit: «Das, was wir geplant und das, was wir verändert haben, hat funktioniert. Ich bin sehr zufrieden»

Ein Volksfest – nicht mehr – aber auch nicht weniger

Tatsächlich hat sich das nächtliche Ausharren für die Kommunikationsexpertin gelohnt. Am frühen Samstagnachmittag ist das Areal des Bahnhofs und des Bahnhofsplatzes genau das, was es sein soll: Ein gut besuchtes Volksfest – nicht mehr – aber auch nicht weniger. Im Vorfeld gab es Stimmen, wonach das Programm über die beiden Tage hinweg zu regional, zu klein gedacht sei oder der kommerzielle Ehrgeiz fehle. Moniert wurde auch, dass musikalisch beispielsweise ein nationales oder sogar internationales Schwergewicht fehle. «Natürlich hätten die Ideen auch in ein Food Festival oder ein zusätzlich Stadtfest münden können, doch das war nie der Plan. Es sollte ein fest aus der Region für die Region werden», gibt Räber zu bedenken. Stattdessen sollte dieses Volksfest all jene anziehen, die den Bahnhof auch sonst beleben. Ostschweizerinnen und Ostschweizer also, durch alle Altersschichten hindurch. Und auch die Künstler und Künstlerinnen wurden bewusst aus der Region rekrutiert und die umliegenden Geschäfte und Anstösser miteinbezogen.

Bilder: Ralph RibiBilder: Ralph Ribi
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Volksfest am neuen St.Galler Hauptbahnhof

Ein Run auf die Feuerwehrautos

Gegen 14 Uhr wird es am Samstagnachmittag erstmals eng unter dem Glaskubus, der zusammen mit der Rathausunterführung und dem Bahnhofshauptgebäude wegen des Regens zum Zentrum des Volksfestes wird. Während im Verlauf des gesamten Morgens und frühen Nachmittags die Besucherinnen rotierten, hat sich nun eine grosse Traube aus vielleicht 2000 Menschen gebildet. Jene schart sich um den Nostalgie Feuerwehr-Corso. Erstaunlich, welchen Reiz die in die Jahre gekommenen Feuerwehrfahrzeuge auf die altersmässig äusserst durchmischte Gruppe ausüben. Parallel dazu kämpft die vorzügliche SBB-Live-Band erfolgreich gegen den Motorenlärm an. Das Publikum ist erstmals verzückt, ja berührt.

Rigolo – ein magischer Moment

Dann atmet das Festival für einen Moment lang allen Lärm, alles emsige Treiben, den Regen, alle Gerüche und selbst die Kälte ein. Für eine Viertelstunde lang wird es erstaunlich ruhig unter dem Glaskubus. Eine Artistin schlängelt sich an einem Seil bis unter das Glasdach hoch und posiert dann einige Meter über den Köpfen der Besucher in einem ikarusartigen Gebilde. Es ist der Anfang einer phantastischen Viertelstunde von Rigolo. Eigens für das Einweihungsfest hatte der Swiss Nouveau Cirque den Glaskubus inklusive Rolltreppe zu seiner Bühne gemacht. Inhaltlich wird der dauergestresste Mensch der wunderbaren Langsamkeit und Schönheit der Natur entgegen gestellt. Visuell ist das grossartig, artistisch filigran und erzählerisch clever. Ein magischer Moment – ein Moment der Poesie – und dies an einem Volksfest.

Das Ensemble Rigolo verzauberte die Gäste mit einer Vorführung der ganz speziellen Art. (Bild: Beat Belser)Das Ensemble Rigolo verzauberte die Gäste mit einer Vorführung der ganz speziellen Art. (Bild: Beat Belser)
SBB-Chef Andreas Meyer im Talk. (Bild: Urs Bucher)SBB-Chef Andreas Meyer im Talk. (Bild: Urs Bucher)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
Mit Schirm und Charme, aber ohne Melone: Der St.Galler Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Beat Belser)Mit Schirm und Charme, aber ohne Melone: Der St.Galler Regierungsrat Martin Klöti. (Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
(Bild: Beat Belser)(Bild: Beat Belser)
Überdimensionale Flügel: Das Ensemble Rigolo umrahmte die Bahnhofs-Einweihung. (Bild: Urs Bucher)Überdimensionale Flügel: Das Ensemble Rigolo umrahmte die Bahnhofs-Einweihung. (Bild: Urs Bucher)
Regierungsrat Martin Klöti verfolgt den Talk mit Interesse. (Bild: Urs Bucher)Regierungsrat Martin Klöti verfolgt den Talk mit Interesse. (Bild: Urs Bucher)
Stadträtin Maria Pappa bei der Einweihung des neuen Bombardier-Doppelstockzuges. (Bild: Beat Belser)Stadträtin Maria Pappa bei der Einweihung des neuen Bombardier-Doppelstockzuges. (Bild: Beat Belser)
Blick auf die Ehrengäste bei der Einweihungsfeier in der Bahnhofhalle. (Bild: Urs Bucher)Blick auf die Ehrengäste bei der Einweihungsfeier in der Bahnhofhalle. (Bild: Urs Bucher)
Interessierte Zaungäste. (Bild: Beat Belser)Interessierte Zaungäste. (Bild: Beat Belser)
Stadträtin Maria Pappa gibt dem neuen Bombadier-Zug grünes Licht. (Bild: Urs Bucher)Stadträtin Maria Pappa gibt dem neuen Bombadier-Zug grünes Licht. (Bild: Urs Bucher)
Elegant: Das Ensemble Rigolo bei den Einweihungsfeierlichkeiten. (Bild: Urs Bucher)Elegant: Das Ensemble Rigolo bei den Einweihungsfeierlichkeiten. (Bild: Urs Bucher)
Diskussionen über den öffentlichen Verkehr: Unter der Leitung von Tagblatt-Chefredaktor Stefan Schmid (Mitte) diskutierten (v.l.) Regierungsrat Bruno Damann, Stadträtin Maria Pappa, SBB-Chef Andreas Meyer und Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)Diskussionen über den öffentlichen Verkehr: Unter der Leitung von Tagblatt-Chefredaktor Stefan Schmid (Mitte) diskutierten (v.l.) Regierungsrat Bruno Damann, Stadträtin Maria Pappa, SBB-Chef Andreas Meyer und Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)
SBB-Chef Andreas Meyer. (Bild: Beat Belser)SBB-Chef Andreas Meyer. (Bild: Beat Belser)
Der St.Galler alt Regierungsrat Willi Haag (rechts) im Gespräch mit Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)Der St.Galler alt Regierungsrat Willi Haag (rechts) im Gespräch mit Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)
Die Stadtsanktgaller Bauchefin Maria Pappa neben Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)Die Stadtsanktgaller Bauchefin Maria Pappa neben Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher)
Die Bahnhofseinweihung - ein grosser Tag für Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Beat Belser)Die Bahnhofseinweihung - ein grosser Tag für Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Beat Belser)
Sitzgelegenheiten am neuen St.Galler Hauptbahnhof.Sitzgelegenheiten am neuen St.Galler Hauptbahnhof.
Grosses Stelldichein in der Bahnhofshalle. (Bild: Beat Belser)Grosses Stelldichein in der Bahnhofshalle. (Bild: Beat Belser)
Auch Regierungsrat Martin Klöti fehlte am Anlass nicht. (Bild: Beat Belser).Auch Regierungsrat Martin Klöti fehlte am Anlass nicht. (Bild: Beat Belser).
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Die Bilder zur Einweihung des St.Galler Hauptbahnhofs

350'000 Franken Budget

Das Gesamtbudget von 350'000 Franken wirkt bei einem Event dieser Dimension vergleichsweise überschaubar. 200'000 Franken konnten aus den 600'000 Franken verwendet werden, die ursprünglich für das gesamte Kommunikationsbudget im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofs und des Bahnhofplatzes gesprochen wurden. Vor rund einem Jahr stand der erste Entwurf für das Einweihungsfest und wurde dann nach und nach verfeinert. Von Anfang an war für die Organisatoren klar, dass dieses Jahrhundert-Bauprojekt für die Ostschweiz mit einem so sicheren Fest wie möglich gefeiert werden sollte. Klar war deshalb, dass der Bahnhofplatz für die anderthalb Tage der Festivitäten verkehrsfrei sein müsste. «Dies war logistisch die grösste Herausforderung aber die Appenzeller Bahnen, Postauto, Regiobus und die VBSG lenkten sofort ein», erinnert sich Esther Räber. Die Friktionen hielten sich übrigens über die beiden Festtage hinweg in äusserst engen Grenzen. Die Umwege zu den alternativen Abfahrtsstellen lagen im Bereich von maximal zwei Minuten. Und auch Punkto Sicherheit wurde die Zielsetzung erreicht. Gemäss den Veranstaltern kam es zu keinem einzigen Zwischenfall.

Kurz nach Festende kam es laut Mitteilung der Stadt zu einem Fehlalarm bei einer Brandmeldeanlage, weshalb gegen 22.40 Uhr mehrere Feuerwehrfahrzeuge auf den Bahnhofplatz fuhren.

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