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Interview

«Ein Handyverbot in der Schule ist kontraproduktiv»

Was der Experte von Smartphones im Schulzimmer hält.
Ursula Wegstein

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Ralph Kugler (Bild: PD)

Ralph Kugler (Bild: PD)

Ralph Kugler ist Dozent für Medienpädagogik und -didaktik sowie Co-Leiter des Instituts ICT & Medien an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG).

Ralph Kugler, welche Bedeutung hat das Handy für die Schüler heute?

Das Handy ist die Nabelschnur zur Peergroup. Zudem ist es in gewisser Weise ein «Kultur- und Gesellschaftsaneignungsapparat».

Ist ein totales Handyverbot sinnvoll?

Die anfänglichen Handyverbote beim Aufkommen der Smartphones konnte ich nachvollziehen. Die Lehrpersonen waren infolge der Entwicklung stark ­gefordert. Ein Verbot schien eine einfache Lösung zu sein. Wenn wir aber wollen, dass Jugendliche im Umgang mit den neuen Medien kompetent werden, ist ein Handyverbot kontraproduktiv. Man lernt nicht schwimmen, in dem man dem Pool das Wasser ablässt.

Kann das Handy im Unterricht als Lernmittel nützlich sein?

Im Lehrplan 21 wird verlangt, dass Schüler Medien für das Lernen nutzen. Sie sollen lernen, wo welche Geräte sinnvoll eingesetzt werden können. Da gehört auch das Handy dazu, das sie immer ­dabei haben. Neben der Recherche ist es auch zur Wissensdokumentation geeignet. Per Foto lässt sich ein Versuch festhalten, Fremdsprachenkenntnisse lassen sich in einem Kurzfilm üben.

Wird das zu wenig gemacht?

Die Schule bleibt stark gefordert. Neue Geräte sinnvoll im Unterricht einzusetzen, erfordert mediendidaktisches Wissen, das nicht einfach so vorhanden ist. Die Lehrpersonen benötigen hier Unterstützung. Es braucht auch den Willen, diese erweiterte Lehr- und Lernform zu praktizieren.

Es ist also Zufall, ob ein Kind in der Schule digital kompetent wird.

Als in der Vergangenheit die Vermittlung der Medienkompetenz in den Regel­fächern erfolgte, konnten die Schüler sehr beliebig Kompetenzen in diesem Bereich aufbauen. Die Schule hat hier eine klare Verantwortung, die sich nun im Lehrplan 21 manifestiert hat. Die ­Gesellschaft hat der Schule den Auftrag gegeben, hier ausgleichend zu wirken. Da kann sich die Schule nicht einfach so davonschleichen.

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