Ein St. Galler Fest für das Friaul

40 Jahre nach dem Erdbeben in Norditalien feiert St. Gallen eine «Settimana Friulana».

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Bei den Erdbeben im Jahr 1976 im Friaul, im Nordosten Italiens, starben fast 1000 Menschen. «Die Solidarität der in St. Gallen lebenden Friaulaner, aber auch der St. Galler selbst mit den Erdbebenopfern damals, war sehr gross», sagt Isabella Studer-Geisser, Präsidentin des St. Galler Vereins Pro Friuli. Studer-Geisser hat die doppelte Staatsbürgerschaft, ihre Mutter ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Friaul nach St. Gallen ausgewandert.

In der Stadt leben heute zwischen 1000 und 1500 Personen mit einem friaulischen Hintergrund. Aus den Hilfsaktionen für das Friaul heraus entstand um das Jahr 1980 der Verein Pro Friuli. Er fördert den Austausch zwischen St. Gallen und dem Friaul, organisiert Veranstaltungen und Ausstellungen. Jetzt feiert der Verein die «Settimana Friulana». Sie beginnt heute mit dem Friaulischen Abend im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen mit Vorträgen und Musik aus der norditalienischen Region. Nächste Woche stehen drei Lesungen auf dem Programm. Bei einer Gedenkfeier im Mai hatte der Verein der Opfer des Erdbebens gedacht. «Mit der <Settimana Friulana> möchten wir die Schönheit des Friauls feiern – die Kultur, das Essen, die wunderschöne Landschaft», sagt Studer-Geisser.

Auch heute gebe es regelmässig kleinere Erdbeben im Friaul. Wann das nächste grosse komme, sei schwer vorauszusagen. «Die Angst vor neuen Erdbeben ist immer vorhanden», sagt Studer-Geisser. Die Friaulaner hätten gelernt, mit dieser Angst zu leben. Das Versagen der Politik nach den jüngsten Erdbeben in Italien schüre sie jedoch wieder. (kbr)

www.profriuli.ch