Ein Schoppen für die Schafe

Seine Lämmlein seien lammfromm, sagt Biobauer Rolf Bischofberger, bevor die Kinder mit Schoppen voller Kuhmilch in den Händen in das Gehege in der Olma-Arena gelassen werden. Die Lämmlein sind tatsächlich ganz brav – und hungrig.

Malolo Kessler
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Grosse Saugkraft: Hungrige Lämmlein an der Olma. (Bild: Hannes Thalmann)

Grosse Saugkraft: Hungrige Lämmlein an der Olma. (Bild: Hannes Thalmann)

Seine Lämmlein seien lammfromm, sagt Biobauer Rolf Bischofberger, bevor die Kinder mit Schoppen voller Kuhmilch in den Händen in das Gehege in der Olma-Arena gelassen werden. Die Lämmlein sind tatsächlich ganz brav – und hungrig. Erwartungsvoll laufen sie auf die Kinder zu, saugen gierig an den Mundstücken der Schoppen – und nicht nur daran, auch Schals und Jackenärmel werden vermeintlich für etwas Essbares gehalten.

Scheren und «schöppelen»

Das «Schöppelen» fand an der Olma zum ersten Mal statt. Die Attraktion soll kleineren Kindern die Gelegenheit bieten, intensiv mit den Tieren in Berührung zu kommen. Ansonsten wurde am Tag der Schafe und Ziegen das traditionelle Programm geboten. Am Morgen gab es in der Arena eine Vorführung von verschiedenen Rassen. Am Nachmittag fand der Internationale Schafschur-Wettbewerb statt. Anschliessend gab es für Jugendliche die Möglichkeit, selbst einmal ein Schaf zu scheren.

Die Lämmlein im Gehege in der Arena stammen allesamt aus dem Stall von Rolf Bischofberger. Auf seinem Biobetrieb im innerrhodischen Oberegg hat er rund 250 Schafe. Nur die Milchschafe werden «geschöppelet», wie er erklärt. «Wir brauchen die Milch der Muttertiere, daher bekommen die Kleinen in den ersten sechs Wochen ihres Lebens Kuhmilch aus dem Schoppen.» Danach seien sie alt genug, um Gras zu fressen.

Flasche halb voll

Der Andrang vor dem Gehege ist gross, immer mehr Kinder wollen hineingelassen werden. «Die Kleinen dürfen die Tiere so lange füttern, bis diese satt sind», sagt Bischofberger. Er möchte den Kindern mit dieser Attraktion die Freude an den Tieren und an der Landwirtschaft vermitteln.

Bei der neunjährigen Noemi ist dies gelungen. Sie hält ihren Schoppen in die Luft und sagt voller stolz: «Schau, meine Flasche ist nur noch halb voll.» Das bleibt sie aber nicht lange – schon saugt das nächste hungrige Lämmlein daran. Und lässt so schnell nicht wieder los.

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