Ein richtiges Signal

Drei Jahre Freiheitsentzug, davon 18 Monate bedingt, das ist zweifellos ein hartes Urteil für den 24-jährigen Pyro-Werfer aus der Ostschweiz. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat den gesetzlichen Rahmen ausgeschöpft, der ihm in einem solchen Fall zustand.

Gerhard Lob
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Das Urteil darf als Signal an den militanten Teil der Fussballfans interpretiert werden. (Archivbild) (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Das Urteil darf als Signal an den militanten Teil der Fussballfans interpretiert werden. (Archivbild) (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Drei Jahre Freiheitsentzug, davon 18 Monate bedingt, das ist zweifellos ein hartes Urteil für den 24-jährigen Pyro-Werfer aus der Ostschweiz. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat den gesetzlichen Rahmen ausgeschöpft, der ihm in einem solchen Fall zustand. Für den Familienvater, der beim Pyro-Wurf in der Luzerner Swissporarena einen Hörschaden erlitt, ist das Urteil gleichwohl ein schwacher Trost. Er wird bis an sein Lebensende von einem traumatischen Knall-Ereignis verfolgt werden.

Das Urteil darf als Signal an den militanten Teil der Fussballfans interpretiert werden. Diese müssen verstehen, dass der Einsatz explosiven Materials wie der verwendeten Kreiselblitze massive Schäden an Leib und Leben verursachen kann, auch wenn ein solcher Schaden nicht unbedingt eintreten muss. Der Rechtsspruch aus Bellinzona macht klar: Wer solche Petarden wirft, muss mit gravierenden strafrechtlichen Folgen rechnen.

Erstmals ist die Bundesanwaltschaft in einem solchen Fall aktiv geworden; aber nicht, weil sie über Nacht Lust bekommen hat zu ermitteln, sondern weil das Gesetz es vorsieht, dass sie beim Einsatz von Sprengkörpern dieser Art ermitteln muss. Durch die Anklage hat sie klargemacht, dass derlei Aktionen, die von sogenannten Fans initiiert werden, keineswegs verharmlost werden dürfen. Das Bundesstrafgericht stützt diese Einschätzung.

Gleichwohl lassen sich einige juristische Einwände der Verteidigung nachvollziehen. Zu wünschen bleibt daher, dass dank einer Beschwerde ein Bundesgerichtsurteil aus Lausanne folgt, das festlegt, ob die Interpretation des Bundesstrafgerichts zulässig ist. Erst dann lässt sich zweifelsfrei sagen: In Bellinzona wurde diese Woche Geschichte im Kampf gegen Gewalt in Stadien geschrieben.