Ein Pony zum Mitnehmen

ST.GALLEN. Die Offa stellt dieses Jahr 90 Pferde verschiedener Rassen zur Schau. Erstmals sind auch die kleinsten Pferderassen der Welt zu sehen: Die Falabellas und die Mini-Shetland-Ponies.

Stephanie Sonderegger
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Das zwölf Tage alte Mini-Shetland-Fohlen Samanta zeigt sich an der Offa kuschelfreudig gegenüber ihrer Besitzerin Andrea Wirth. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das zwölf Tage alte Mini-Shetland-Fohlen Samanta zeigt sich an der Offa kuschelfreudig gegenüber ihrer Besitzerin Andrea Wirth. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Jeder will sie mitnehmen», sagt Andrea Wirth lachend. Zum ersten Mal ist die gelernte Köchin aus Andwil mit sechs ihrer Mini-Ponies an der Offa. Von allen Seiten sind Ahs und Ohs zu hören, wenn die 50 bis 85 Zentimeter grossen Tiere über den Reitplatz geführt oder in ihrer Box entdeckt werden. Mitgebracht hat die Züchterin die gescheckte Domenika, ein argentinisches Falabella-Pony, auch bekannt als die kleinste Pferderasse der Welt, und die Mini-Shetland-Ponies Mandy, Amanda und Susi.

Letztere zwei ziehen mit ihren winzig wirkenden Fohlen alle Blicke auf sich: Mutterstute Susi, knapp 70 Zentimeter gross, steht mit ihrem 12 Tage alten Stutenfohlen Samanta im Stall. Während Stute Amanda, mit 84 Zentimetern etwas grösser, ihren erst eine Woche alten Hengst Angelo an ihrer Seite hat. Dieser gehört wie auch sein Vater einer ganz besonderen Rasse an: dem Mini-Curly-Horse. «Diese Tiere sind gut geeignet für Personen mit einer Allergie, da das meist gelockte Fell eine ganz eigene Struktur hat», erklärt die Andwilerin.

Jedes Jahr auf der Alp

40 Ponies leben bei Andrea Wirth im Offenstall in Andwil. Für vier bis fünf Monate im Jahr sind die Tiere ausserdem auf einer Alp im Samnaun untergebracht. Das Leben in der Herde auf 1600 bis 2000 Meter Höhe präge die Ponies, sagt sie: «Die Tiere werden durch das steile Gelände sehr trittsicher und lernen das Leben in einer Herde kennen.» Auch auf die Gesundheit der Ponies wirkt sich die Zeit auf der Alp positiv aus, da sie besonders robust und widerstandsfähig werden und somit auch Wind und Wetter trotzen können. «Schnee mögen sie besonders gerne.»

Falabellas als Blindenponies

Im Zelt an der Offa ist es in diesen Tagen warm. Vor allem für die kleinen Ponies, die mit ihrem Winterpelz eben erst noch auf der Alp standen. Andrea Wirth freut sich über die Möglichkeit, ihre Tiere an der Frühlingsmesse präsentieren zu dürfen. «Eigentlich hätte es noch ein Falabella-Fohlen geben sollen», verrät sie. Die Natur habe aber leider nicht mitgespielt. Die Unterschiede vom Mini-Shetland-Pony zum argentinischen Falabella liegen sowohl im Körperbau als auch im Charakter, erklärt Andrea Wirth: «Die Falabellas sind feiner gezeichnet und haben wesentlich dünnere Beine. Zudem müssen Falabellas gefordert werden, da sie besonders intelligent sind.» Falabella-Ponies können etwa zu Blindenponies ausgebildet werden, was in der Schweiz noch nicht wirklich verbreitet sei: «Das ist aber eine Frage der Zeit», ist sie sich sicher. Sie selber bildet ihre Ponies auf Wunsch ihrer Kunden aus: Entweder werden sie eingefahren oder eingeritten. Die Tiere auf einer Weide zu halten, sei ebenfalls möglich: «Sie sind sehr genügsam.»

Der Andwilerin ist es ein grosses Anliegen, Interessenten an der Offa in allen möglichen Fragen aufzuklären: «Der Kauf von Mini-Ponies soll gut überlegt sein, denn diese können bis zu 40 Jahre alt werden.» Sie selber kann nicht vom Verkauf der Tiere leben, es sei ein reines Liebhaber-Hobby.

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