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Ein neues Busdepot für die VBSG: 100 Millionen für ein strategisches Projekt

Der St.Galler Stadtrat möchte im Lerchenfeld ein neues Busdepot bauen und dort auch die Stadtwerke und die Direktion der Technischen Betriebe unter einem Dach zusammenführen. Im Gegenzug wird in St.Fiden wertvolles Bauland frei.
Daniel Wirth
Das Areal an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse, an dem die Stadt einen Neubau mit Busdepot sowie Werkstätten der Stadtwerke plant. Die drei Wohnblöcke in Richtung Freibad Lerchenfeld bleiben stehen. Die älteren Häuser und Baracken davor sollen abgebrochen werden. (Bilder: Benjamin Manser - 26. Oktober 2018)
Blick stadtauswärts ins gleiche Areal: links die Zürcher Strasse, hinten in der Mitte das Freibad Lerchenfeld und rechts das Sittertobel.
Das Areal von Norden her gesehen. Links ist die Migrolino-Tankstelle und die Rechenstrasse zu erkennen. Hinter der Zürcher Strasse liegt hinten rechts der Fussballplatz Lerchenfeld.
Das Areal in der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse mit Blick von Süden nach Norden.
Das potenzielle Bauareal fürs neue Busdepot von oben: vorne die Zürcher Strasse, von links nach rechts im Bild die Wiese der Badi Lerchenfeld, die drei Wohnblöcke, die stehen bleiben, dann die neun älteren Häuser und Baracken, die abgerissen werden sollen, und die Rechenstrasse. Der geplante Neubau wird die hier liegende Schleife der Rechenstrasse ausfüllen. Die Bauten rechts der Rechenstrasse werden durch das städtische Vorhaben nicht tangiert.
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Ein neues Busdepot für St.Gallen: Bauplatz zwischen der Lachen und Bruggen

«Das Projekt ist eine Chance für St.Gallen», sagte Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Freitag bei der Präsentation der Vorlage. Dem Stadtparlament wird ein Kredit von 2,53 Millionen Franken für die Durchführung eines Studienwettbewerbs und für die Ausarbeitung eines Vorprojekts für ein neues Betriebsgebäude an der Rechenstrasse beantragt.

Das klingt unspektakulär, ist es aber nicht: Auf einem Areal an der Zürcher- und Rechenstrasse mit 13'760 Quadratmetern Fläche soll ein Gebäude mit einem Volumen von einer Viertelmillion Kubikmetern entstehen. Darin sollen ein neues Busdepot für die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG), Werkstätten und Büros der Stadtwerke St.Gallen, die Fachstelle Entsorgung St.Gallen, die Dienststelle Umwelt und Energie sowie die Direktion der Technischen Betriebe untergebracht werden.

Der Stadtrat hat das Geschäft, das seit 2007 eines ist und nun einen Richtungswechsel erfährt, diese Woche verabschiedet. Es geht jetzt zur Vorberatung in die Liegenschaften- und Baukommission. Danach wird sich das Stadtparlament mit dem Kredit für den Studienwettbewerb beschäftigen. Wenn die Kommission mit einer Lesung durchkommt, wird das am 26. November geschehen.

Neubau soll 2025 in Betrieb genommen werden

Blick ins heutige Depot der VBSG an der Steinachstrasse. Wenn die Autobusse nicht - wie im Bild - unterwegs sind, herrscht in der Halle grosses Gedränge. Und der Platz wird angesichts steigender Fahrzeugzahlen immer knapper. (Bild: Benjamin Manser - 23. Juli 2018)

Blick ins heutige Depot der VBSG an der Steinachstrasse. Wenn die Autobusse nicht - wie im Bild - unterwegs sind, herrscht in der Halle grosses Gedränge. Und der Platz wird angesichts steigender Fahrzeugzahlen immer knapper. (Bild: Benjamin Manser - 23. Juli 2018)

Im nächsten Jahr soll das Varianzverfahren (siehe Zweittext) durchgeführt und 2020 das Vorprojekt erarbeitet werden. Nachdem Stadtrat und Stadtparlament darüber entschieden haben, soll der Baukredit 2021 dem städtischen Stimmvolk zum Entscheid vorgelegt werden. Die Kosten fürs neue Betriebsgebäude werden auf 99 Millionen Franken geschätzt.

Bei einem Ja der Stimmberechtigten läge bis Frühling 2023 das Bauprojekt vor, das ab dann innert knapp zweier Jahre bis Anfang 2025 realisiert würde. Über den Zeitplan informierte am Freitag Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner. Baudirektorin Maria Pappa tritt bei diesem Geschäft in den Ausstand. Ihre Eltern wohnen in einem der Häuser mit total 21 Mietwohnungen, die bei einer Realisierung des Grossprojekts abgerissen würden.

VBSG-Depot: Altlasten am heutigen Standort

Stadtrat Peter Jans, Vorsteher der Direktion Technische Betriebe, sagte am Freitag vor den Medien, die Planung für ein neues Busdepot habe vor elf Jahren ihren Anfang genommen. 2015 sprach das Stadtparlament einen Kredit von 390'000 Franken für einen Studienauftrag zur Erweiterung des seit 1947 bestehenden Busdepots an der Steinachstrasse. Im Zuge vertiefter Abklärungen stiessen Fachleute auf bauliche Erschwernisse wegen des Hochwasserschutzes, möglicher Altlasten und des Ausbaus der Frohbergstrasse.

«Mich traf damals schier der Schlag, als von Seiten des Hochbauamtes die Standortfrage noch einmal gestellt wurde.»
Stadtrat Peter Jans

Heute sei er aber sicher: «Der neue Standort an der Zürcher- und Rechenstrasse ist der richtige.» Aktuell sind die Werkstätten und Büros der Stadtwerke auf zwölf Standorte über die ganze Stadt verteilt, zehn davon können am neuen Standort zentralisiert werden. «Wir können Zeit und Geld sparen», sagte Jans. Das Sparpotenzial beim Betrieb liege bei jährlich 650'000 Franken. Kürzere Wege optimierten die Abläufe sowie die Führung und die Zusammenarbeit.

Bauland in St.Fiden freigeben

Durch die Zusammenführung von Busdepot und Stadtwerke-Werkstätten im Lerchenfeld werden in St.Fiden insgesamt rund 30'000 Quadratmeter Bauland frei. Die Areale werden von den VBSG und den Stadtwerken an die Stadt übertragen. Sie ihrerseits kann das Gebiet zwischen Olma-Messen und Kantonsspital als eine Fläche entwickeln und später im Baurecht an Investoren abtreten oder diesen das Land verkaufen.

Das Gebiet ist als Zentrum für Medizinaltechnik und ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie) vorgesehen. Die Ende 2017 abgeschlossene Testplanung «Zukunftsbild St.Fiden-Heiligkreuz» weise für das Areal ein hohes Entwicklungspotenzial aus, hiess es an der Medienkonferenz vom Freitag. Stadtpräsident Scheitlin fasste es so zusammen: «Wir sind vom Busdepot zu einem Gesamtkonzept mit Potenzial gelangt.»

Ein offener Wettbewerb

Im kommenden Jahr möchte der Stadtrat einen Studienauftrag für das 100-Millionen-Projekt im Lerchenfeld ausschreiben. Teilnehmen können Planer aus der Schweiz und der EU; das schreibt das Submissionsgesetz so vor.

Gemäss Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner wird für das neue Busdepot mit Mantelnutzung ein offenes und zweistufiges Verfahren durchgeführt. Die Gründe sind nachvollziehbar. In einem ersten Schritt steht der Wettbewerb allen Büros offen. Rechsteiner rechnet damit, dass sich auch Planer aus dem Ausland, die Erfahrung haben mit solchen Projekten, für eine Teilnahme entscheiden.

Acht der eingereichten Studien werden ausgewählt. Deren Verfasser werden dann eingeladen, ihre Ideen in einem Vorprojekt zu konkretisieren. Gemäss Hansueli Rechsteiner will das Hochbauamt in dieser Stufe des Planungsprozesses noch Einfluss nehmen können.

Das ist auch der Grund fürs offene Verfahren. Bei einem anonym durchgeführten Wettbewerb wäre eine solche Einflussnahme nicht möglich. Mit dem gewählten Verfahren könne verhindert werden, dass ein gutes, oder gar das beste Projekt, sich plötzlich in eine falsche Richtung entwickle, begründet Rechsteiner. (dwi)

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