Ein Leben zwischen Heim- und Fernweh

Wer im Tourismus tätig ist, ist gut beraten, Erfahrung als Globetrotter zu haben. Tanja Wigger bringt sie reichlich mit, tourte die 35-Jährige doch mit dem Velo quer durch Amerika. «Ich weiss gut, wie froh ich in der Fremde oft war, wenn mir jemand einen Tip geben konnte», erinnert sie sich.

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Tanja Wigger in ihrem Büro im Heidiland: «Wie das Herz der Schweiz.» (Bild: rm)

Tanja Wigger in ihrem Büro im Heidiland: «Wie das Herz der Schweiz.» (Bild: rm)

Wer im Tourismus tätig ist, ist gut beraten, Erfahrung als Globetrotter zu haben. Tanja Wigger bringt sie reichlich mit, tourte die 35-Jährige doch mit dem Velo quer durch Amerika. «Ich weiss gut, wie froh ich in der Fremde oft war, wenn mir jemand einen Tip geben konnte», erinnert sie sich. Jetzt liege es ihr am Herzen, das weiterzugeben.

Gelegenheit dazu hat sie, seit sie als neue Leiterin der Heidiland-Infostelle in Bad Ragaz arbeitet. Bis es so weit war, kam sie auch in der Schweiz und im Beruf ohnehin weit herum. Und hat sich das Beste behalten – den polyglotten Weitblick, den Bündner Charme, ihre Innerschweizer Bodenständigkeit.

In die Lenzerheide verliebt

Tanja Wigger ist bei Luzern aufgewachsen und hat Dekorateurin gelernt. Dann kam sie zum erstenmal auf die Lenzerheide, und die Schönheit der Landschaft hat sie umgehauen. Kurzentschlossen fragte sie im «Schweizerhof» nach einem Job, bekam ihn und blieb. Erst im Golfrestaurant, später in der Pianobar, dann an der Réception und zuletzt sechs Jahre als Direktionsassistentin. Die Liebe zur Region war kein Zufall. «Der Steinbock ist mein Sternzeichen», sagt sie, «und er ist ja das Bündner Wappentier.»

Danach brauchte sie eine Auszeit, und die nahm sie sich in den USA und auf Hawaii. Acht Monate war sie mit dem Velo unterwegs, von Boston westwärts bis nach Kalifornien. «Velofahren in den USA ist perfekt», schwärmt sie von den gutausgebauten Routen. Auf einer Homepage (www.worldbike. ch) hat sie Erinnerungen, Bilder und Eindrücke dieser und weiterer Touren verewigt.

In Zürich die Alpen vermisst

Zurück in der Schweiz, verschlug es sie kurzzeitig in die Immobilienbranche nach Zürich. Aber das war nichts für die junge Frau mit dem Hang zum Fernweh. «Ich hatte Heimweh nach oben», erklärt sie und meint damit schlicht die Berge, das Licht und die alpine Luft. So zog sie nach Domat/Ems und begann bald darauf in der Tamina Therme als Leiterin der Kasse und des Empfangs. «Heidiland» war ihr bis dahin kaum ein Begriff: «Ich kannte es nur vom Durchfahren.» Dann aber entdeckte sie den kulturellen und landschaftlichen Reichtum der Gegend zwischen Weesen und Malans. Und war begeistert: «Hier gibt es alles, es ist fast so wie das Herz der Schweiz.»

Der Wechsel in die Tourismusbranche war denn auch folgerichtig. Seit letzten Oktober berät und informiert sie Feriengäste, führt das fünfköpfige Info-Team am Standort im alten Dorfbad und hat die Verantwortung für «La Butia», die Souvenir- und Infostelle in der Rastanlage Heidiland bei Maienfeld. Was ihr besonders gefällt: «Das Heidiland ist jung.» Hier könne man noch etwas bewegen, gestalten und den Auftritt, auch im Internet, forcieren. Viele in ihrem jungen Frauenteam sind wie sie neu dabei, eine Kollegin hat sie gar in Lenzerheide «abgeworben», wie sie schmunzelnd sagt.

Malen als Ausgleich

Es geht also etwas. Und die Aufbruchstimmung erinnert ein wenig an den Start einer ihrer grossen Velotouren. Doch immer nur Gas geben ist Wiggers Ding auch nicht. Wenn sie Ruhe braucht, beginnt sie zu malen. Ein Buch zu schreiben könnte sie sich vorstellen. Und sie fotografiert gerne. Die «Hotspots» im Heidiland hat sie bereits eingefangen. Bekannte und unbekannte. Das verstärkt ihr Gefühl: «Hier bin ich am richtigen Ort.» Reinhold Meier

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