Kommentar
Ein kleiner Stich für die Solidarität

Die positiven Effekte einer Grippeimpfung überwiegen eindeutig. Die gesamte Bevölkerung profitiert davon. Es ist wünschenswert, dass die Impfquote beim medizinischen Personal ansteigt.

Katharina Brenner
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Katharina Brenner, Redaktorin Ressort Ostschweiz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Brenner, Redaktorin Ressort Ostschweiz (Bild: Urs Bucher)

Anfang Jahr hatte die Grippe das ganze Land fest im Griff. Auch die Ostschweiz. Eine Grippe kann bis zu zwei Wochen dauern. Sie birgt die Gefahr schwerer Komplikationen. Für Personen mit geschwächtem Immunsystem ist sie besonders gefährlich. Ein kleiner Stich kann schützen: die Grippeimpfung. Leider hat sie einen Schönheitsfehler: Die Impfung ist keine Garantie, nicht an der Grippe zu erkranken. Doch sie erhöht die Chancen enorm. Wer trotz Impfung erkrankt, zeigt in der Regel schwächere Symptome und weniger Komplikationen.

Empfohlen wird die Impfung immungeschwächten Personen. Und allen, die mit ihnen in Kontakt stehen. Deshalb ist es bedenklich, dass die Impfquote beim medizinischen Personal in Schweizer Spitälern, auch dem St.Galler Kantonsspital, tief ist. Eine Studie will klären, was die Gründe dafür sind und wie die Impfquote erhöht werden kann. Dies ist ein wichtiger, notwendiger Schritt.

Es ist wünschenswert, dass sich in den nächsten Wochen möglichst viele Spitalangestellte kurz Zeit für die Grippeimpfung nehmen. Medizinisches Personal, das sich nicht impfen lässt, sendet auch eine Botschaft an alle anderen. Warum sollte sich irgendjemand aus der Bevölkerung impfen lassen, wenn es noch nicht einmal diejenigen tun, die es doch am besten wissen müssten? Dabei hat die Grippeimpfung in den meisten Fällen keinerlei Nebenwirkungen, in einer Minderheit der Fälle harmlose. Allergische Reaktionen sind sehr selten. Fest steht: die positiven Effekte einer Grippeimpfung überwiegen deutlich. Und das Beste: Alle profitieren davon.