Ein klares Ja zu drei Bildungsstätten

Die Vorlagen zur neuen Fachhochschule, der Gewerbeschule und dem Campus Wattwil wurden deutlich angenommen.

Adrian Lemmenmeier, SDA
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Das Berufs- und Weiterbildungszentrum in St.Gallen wird für 111 Millionen Franken erneuert. 2030 soll die Sanierung fertig sein.Bild: Ralph Ribi (November 2017)

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum in St.Gallen wird für 111 Millionen Franken erneuert. 2030 soll die Sanierung fertig sein.Bild: Ralph Ribi (November 2017)

Die St.Galler Wählerinnen und Wähler haben gestern alle drei Bildungsvorlagen klar gutgeheissen. Die neue überkantonale Fachhochschule Ost wurde mit 82 Prozent der Stimmen angenommen. Den Baukredit für die Erneuerung des gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums (GBS) in St.Gallen befürworteten 84 Prozent der Stimmberechtigten, den Campus Wattwil 79 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei allen drei Vorlagen bei rund 34 Prozent. Wie geht es jetzt weiter? Das Wichtigste zu jedem Projekt.

Im Januar tagt der neue Hochschulrat

Der Gründung der neuen Fachhochschule mit den Standorten Buchs, St. Gallen und Rapperswil-Jona steht nichts mehr im Weg. Sitz des Rektorats ist Rapperswil-Jona. Bei der neuen Schule hat der Kanton St. Gallen die Führung. Er kann die Entwicklung über einen Leistungsauftrag massgeblich steuern. In der Trägerkonferenz vertreten sind auch die Kantone Schwyz, Glarus, Appenzell Ausser- und Innerrhoden, der Thurgau, sowie das Fürstentum Liechtenstein. Für den Beitritt brauchte es jeweils Regierungs- und Parlamentsbeschlüsse. Im Januar nehmen Hochschulrat und Trägerkonferenz ihre Arbeit auf. Die operative Tätigkeit beginnt am 1. September 2020.

2024 wird im Tal der Demut gebaut

In der Stadt St. Gallen wird das Gebäude des gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums (GBS) erneuert. Der Wettbewerb für das Bauprojekt – geplant sind eine Gesamterneuerung und ein Erweiterungstrakt – kann nun ausgeschrieben werden. Die Kosten belaufen sich auf 111 Millionen Franken. Davon entfallen rund 69 Millionen auf die Sanierung des bestehenden Gebäudes und rund 39 Millionen auf den Erweiterungsbau. Der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen. 2030 soll die Gesamterneuerung abgeschlossen sein. Das Gebäude des GBS im Tal der Demut wird seit fast 45 Jahren genutzt. Die Räume genügen den Bedürfnissen eines zeitgemässen Schulbetriebs nicht mehr.

2025 soll in Wattwil die neue Kanti stehen

In Wattwil lernen Berufs- und Kantonsschüler bald auf demselben Gelände. Auf dem Areal der heutigen Aussensportanlage Rietstein neben dem Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) wird eine neue Kantonsschule gebaut. Ist sie fertiggestellt, wird das bestehende Gebäude der Kantonsschule frei – und als Provisorium für das BWZT genutzt, während dieses erneuert und erweitert wird. Die beiden Bauprojekte werden aufeinander abgestimmt. 2025 soll die neue Kantonsschule bezogen werden, 2028 das Berufs- und Weiterbildungszentrum. Die beiden Schulen werden künftig eine grosse Aula, die Mensa mit Küche und die Sportanlagen gemeinsam nutzen. Die Investitionskosten liegen insgesamt bei 108 Millionen Franken. Sie setzen sich aus den Aufwendungen von 73,5 Millionen Franken für den Ersatzneubau sowie aus 34,5 Millionen Franken für die Erneuerung des BWZT zusammen.

Weniger Euphorie für Wattwiler Campus im Linthgebiet

Der Wattwiler Campus Wattwil wurde mit 78,6 Prozent leicht weniger deutlich angenommen als die beiden anderen Vorlagen. Wenig überraschend, war die Zustimmung im Linthgebiet verhältnismässig tief. Politiker der Gemeinden ennet dem Ricken kämpften im Vorfeld für eine Kantonsschule in ihrer Region. In Rapperswil erhielt der Campus mit 61 Prozent weniger Zustimmung als etwa in St.Gallen oder Buchs, wo über 80 Prozent für den Campus stimmten. Im Toggenburg lag die Zustimmung vielerorts bei über 90 Prozent.

Erfreut über die Resultate zeigt sich die Industrie- und Handelskammer St.Gallen Appenzell (IHK). «Mit der deutlichen Annahme der drei bildungsrelevanten Vorlagen hat die Bevölkerung ein starkes Zeichen für den Bildungsstandort Ostschweiz gesetzt», schreibt sie in einer Mitteilung.