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Ein Juwel auf Jungfernfahrt: Das historische Bodenseeschiff «Oesterreich» ist wieder in Betrieb

Das Bodenseeschiff «Oesterreich» entkam vor vier Jahren knapp der Schrottpresse. Nach einer Renovation für fast zehn Millionen Euro legte es am Donnerstag in altem Glanz wieder ab.
Gernot Grabher
Die «Oesterreich» am Donnerstag in ihrem Heimathafen Hard. (Bild: Gernot Grabher)

Die «Oesterreich» am Donnerstag in ihrem Heimathafen Hard. (Bild: Gernot Grabher)

Die «Oesterreich» ist schwimmendes Kulturgut: Als sie 1928 in Dienst gestellt wurde, war sie das erste Dieselmotorschiff auf dem Bodensee. 2009 wurde der einstige Luxusliner stillgelegt, es drohte die Verschrottung. Doch der Verein «Freunde der MS Oesterreich» rettete das Schiff. Jetzt ist die aufwendige Renovation abgeschlossen. Am Donnerstag legte die «Oesterreich» von ihrem Heimathafen Hard zur erneuten Jungfernfahrt ab.

Die Festgäste waren sich einig: Der Verein hat ganze Arbeit geleistet und ein Juwel der Bodenseeschifffahrt geschaffen, das einmalig ist. Nicht nur die Erhaltung der eleganten äusseren Form ist gelungen. An Bord begegnen die Passagiere Zentimeter für Zentimeter der Noblesse des Art-Déco-Stils, in dem das Schiff wiedererstanden ist.

Schäden grösser als erwartet

Jürgen Zimmermann, Obmann des Vereins, lobte vor allem die Mitglieder, die mit ihrer unentgeltlichen Arbeit die Erhaltung des Passagierschiffes ermöglicht hatten. Allein die Befreiung des Rumpfes von 75 Tonnen nicht mehr brauchbarem Ballast hatte über 1100 Arbeitsstunden erfordert. Die Annahme, dass viele Teile des Schiffes noch verwendbar seien, erwies sich als Trugschluss. So waren viele Eisenplatten der Aussenhaut durchgerostet, die gesamte Antriebstechnik und die Installationen an Bord mussten erneuert werden. Die Hauptarbeit leisteten Fachleute der Linzer Schiffswerft. Die Renovation kostete insgesamt 9,5 Millionen Euro.

Den Löwenanteil der Gesamtkosten der Renovierung steuerten zu einer Gesellschaft zusammengeschlossenen Unternehmer aus ihrer Privatschatulle bei, mit 1,2 Millionen beteiligte sich Brüssel am Interreg-Projekt, in dessen Rahmen auch die Schweiz und Liechtenstein ihre Scherflein beitrugen. 750'000 Euro übernahm das Land Vorarlberg, der Rest sind Bankkredite.

Die «Oesterreich» soll zusammen mit dem Raddampfer «Hohentwiel» vermarktet werden. Die Gesellschaft zum Betrieb des Schiffes sagte den Gesellschaftern in wenigen Jahren schwarze Zahlen zu. Die «Oesterreich lasse sich als Eventschiff vielseitig verwenden. Für eine Reihe von Fahrten diesen Sommer sind Karten buchbar.

Geschichtsträchtiges Schiff

Die «Oesterreich» wurde in Korneuburg an der Donau gebaut, mit der Bahn nach Bregenz gebracht und dort zusammengenietet. Ab 1928 tat sie Dienst auf dem Bodensee. Nach der «Heimholung» Österreichs durch Hitlerdeutschland wurde Österreich zwar zur Ostmark, doch die «Oesterreich» behielt ihren angestammten Namen. Als Versuchsbasis für Torpedoabschüsse tat sie in der deutschen Kriegsmarine Dienst, wurde dann aber wegen Treibstoffmangels stillgelegt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fand sie in Staad am Schweizer Ufer eine wörtlich bombensichere Unterkunft. Nach Kriegsende lief sie im grauen Tarnanstrich unter der französischen Marineflagge der Besatzer, endete schliesslich in Kressbronn und wurde 1948 als Wrack nach Bregenz überstellt. Bis 1953 renovierten die ÖBB das Schiff, das bejubelt zur zweiten Jungfernfahrt auslief und danach bis 2009 im Einsatz war. Dann wurde das rostende Schiff ausgemustert, die Schrottpresse drohte. Für einen symbolischen Euro erwarben die «Freunde der MS Oesterreich» das Wrack und brachten den einstigen Luxusliner wieder auf Hochglanz.

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