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«Ein guter verregneter Frühling»

Die Familie ist zu Hause, hätte Zeit, aber das Wetter spielt nicht mit: In den vergangenen Wochen brauchten Ausflügler oft ein Schlechtwetterprogramm. Dementsprechend Freude am Regen haben Museen und Bibliotheken.
Larissa Flammer
Deutlich mehr Besucher sind diesen Frühling in die Wände der Kletterhalle St. Gallen gestiegen als noch im vergangenen Frühjahr. (Archivbild: Urs Jaudas)

Deutlich mehr Besucher sind diesen Frühling in die Wände der Kletterhalle St. Gallen gestiegen als noch im vergangenen Frühjahr. (Archivbild: Urs Jaudas)

ST. GALLEN. Ein verregneter Frühling und Frühsommer, wie wir es in diesem Jahr erleben, bedeutet für die Anbieter von Indoor-Aktivitäten ein gutes Geschäft. Das bestätigt auch Diego Lampugnani, Geschäftsführer der Kletterhalle St. Gallen: «Wir hatten in diesem Frühling mehr Besucher als erwartet.» Vor allem seien es bedeutend mehr Besucher gewesen als im vergangenen Frühling, als das Wetter trocken war.

Auch der Direktor des Casinos in St. Gallen berichtet von einem grossen Besucheraufmarsch während der vergangenen regnerischen Monate. Massimo Schawalder sagt, dass das Wetter für den Besucheraufmarsch im Casino St. Gallen ein viel wichtigerer Faktor ist als in den Casinos der Restschweiz. Und er hat auch eine Erklärung dafür: «In St. Gallen sind wir, abgesehen vielleicht vom Jura-Südfuss, die vom Wetter am stärksten gebeutelte Region. Wenn es dann mal schönes Wetter gibt, verbringen die Ostschweizer die Zeit am See oder im Appenzellerland.»

Ob die Besucher jetzt, wo die Fussball-EM in vollem Gang ist, dem Casino wieder vermehrt fernbleiben, ist laut Schawalder schwierig zu sagen. Folgendes ist ihm aber aufgefallen: «Als am Mittwochabend die Schweiz spielte, war bei uns <Ladies' Night>. Der Frauenanteil war da überdurchschnittlich hoch.»

Sommergeschichten im Regen

Ganz spezifisch kann die Bibliothek Herisau das Regenwetter für sich nutzen. «Wir passen unser Angebot dem Wetter an. Ist so wie jetzt längere Zeit Regen angesagt, präsentieren wir den Besuchern Sommergeschichten», erklärt Bibliotheksleiterin Gabriele Barbey. Sie bestätigt, dass bei Regenwetter mehr Menschen die Bibliothek besuchen. «Aber es darf nicht zu stark regnen, dann kommen die Leute auch nicht mehr», sagt sie. Gerade bei ihnen im voralpinen Gebiet, wo Gewitter und Stürme sehr heftig ausfallen können, blieben die Menschen in solchen Fällen doch eher im Haus. «Bedeckter Himmel mit leichtem Regen ist für uns optimal», so Barbey.

Als «extrem gut» werden die Besucherzahlen beim Historischen Museum Thurgau bezeichnet. Als dort Mitte April die aktuelle Sonderschau im Alten Zeughaus startete, sei das Museum an den Wochenenden sehr gut besucht worden, heisst es auf Anfrage. Vor allem am Sonntag mache schlechtes Wetter einen Unterschied aus. Aber auch Regen während der Ferienzeit begünstige den Besucheraufmarsch. Während der Heuferien Ende Mai seien viele Familien ins Museum gekommen.

«Profitieren vom Wetter»

Von einem «guten verregneten Frühling» spricht Susi Kaden, Medienverantwortliche des Theaters St. Gallen. Die Musicals seien sehr gut besucht gewesen und für die Oper «Norma» sei sogar eine Zusatzvorstellung angesetzt worden. Ob das allerdings am Regen liegt, kann sie nicht abschätzen. «Tendenziell läuft es im Winter und im Frühling immer gut.»

Ein beliebtes Ausflugsziel bei Regen ist auch der Säntispark in Abtwil. «Wir profitieren von diesem kühlen und verregneten Wetter», sagt Catherine Zimpfer, Leiterin Freizeit. Die Anzahl Gäste sei im Moment um einiges höher als während eines warmen Frühsommermonats. Das merke man vor allem am Wochenende, wenn die Familien die Kinderbadewelt bevölkern. Zudem kämen viele Schulklassen, die beispielsweise einen Ausflug geplant hatten und wegen des Wetters kurzfristig umdisponieren mussten. Da sei der Säntispark mit seinem Indoorangebot eine gute Alternative.

Der Säntispark profitiert vom kühlen und nassen Wetter. (Bild: pd)

Der Säntispark profitiert vom kühlen und nassen Wetter. (Bild: pd)

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