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Ein Grill für 250'000 Franken: Lömmenschwiler Hersteller liefert ein ganzes Black-Angus-Rind mit

Er ist 140 Kilogramm schwer, mit französischem Kristall und 24-karätigem Gold veredelt: «Dubai Grill» heisst die Kreation des Lömmenschwiler Grill-Herstellers Azado. Wer das Gerät für 250'000 Franken bestellt, dem wird ein Black-Angus-Rind gleich mitgeliefert. Eigentlich hätte das Gerät aber schon verkauft werden sollen.
Luca Ghiselli
Das Luxusobjekt der Begierde: Der «Dubai Grill» aus Lömmenschwil. (Bild: PD)

Das Luxusobjekt der Begierde: Der «Dubai Grill» aus Lömmenschwil. (Bild: PD)

Zugegeben: Der «Dubai Grill» ist ein beeindruckendes Stück Handwerkskunst. Das elegant-moderne Design, die detailverliebte Konstruktion nach argentinischem Vorbild. Das würde in fast jeden Garten und auf fast jeden Balkon passen. Nur leider hat kaum jemand das passende Portemonnaie für den «Dubai Grill». Er kostet nämlich eine Viertelmillion Franken.

Eigentlich war der Luxus-Grill eine Spezialanfertigung für einen Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und hätte an einer Messe in Dubai vorgestellt werden sollen. Die Messe wurde aber abgesagt, und so bleibt der sündhaft teure Grill zumindest vorerst in der Schweiz.

Griffe aus Kristall, Schrauben aus Gold

Von heute Mittwoch bis kommenden Sonntag ist das Gerät an der Gartenmesse Giardina in Zürich zu sehen. 140 Kilogramm wiegt der Koloss, eine französische Kristallmanufaktur hat Details wie Griffe, Ablageplatte und Gasregler handgefertigt. Schrauben, Ketten und Splinten bestehen aus 24-karätigem Gold. Der Rost lässt sich dank einer speziellen Kupplung stufenlos in der Höhe verstellen. Der Windschutz ist gemäss Mitteilung der Hersteller aus besonders leichtem Titan, wie man es sonst nur aus der Luftfahrt kennt. Andreas Nöckl, Geschäftsführer der Azado AG, sagt:

«Das ist eigentlich gar kein Grill mehr, das ist ein Kunstwerk.»

Nöckl hat gemeinsam mit Azado-Mitgründer Manuel Würth über 500 Stunden in die Planung, Entwicklung und Herstellung des Supergrills gesteckt. «Wir haben mit dem Projekt begonnen, als wir an die Messe nach Dubai eingeladen wurden», sagt Nöckl. Sie hätten etwas kreieren wollen, das dem dortigen Markt gerecht werde, das auf «Dubai-Level» sei. Dabei ist ein Grill herausgekommen, der «den Rahmen sprengt», wie Nöckl sagt. Nach der «Giardina» in Zürich wird der Grill unter anderem auch an einem exklusiven Weinfest in Bordeaux zu sehen sein.

Andreas Nöckl, Geschäftsführer der Lömmenschwiler Azado AG. (Bild: PD)

Andreas Nöckl, Geschäftsführer der Lömmenschwiler Azado AG. (Bild: PD)

Übrigens: Wer den Viertelmillion-Franken-Grill erwirbt, erhält beim Kauf ein ganzes in der Schweiz gezüchtetes Black-Angus-Rind dazu. Das Tier kommt von einem Hof in Lömmenschwil, genauer: Von einem Nachbarn der Azado AG. «Regionaler geht's nicht. Wir wissen, woher das Fleisch kommt und können sicherstellen, dass Top-Qualität geliefert wird», sagt Nöckl.

Und wie fallen die Rückmeldungen am ersten Messetag in Zürich aus? «Die Leute sind überwältigt. Einige sagten sogar, sie hätten Gänsehaut», sagt Nöckl zufrieden.

Wer soll das nur kaufen?
Fünf (nicht ganz ernst gemeinte) Vorschläge

Jetzt, da die pompöse Präsentation in Dubai und die Überreichung an den Scheich nicht geklappt hat, bleibt nur eine Frage: Wer soll den Grill denn sonst kaufen? Hier einige Vorschläge:

US-Präsident Donald Trump. (Bild: AP Photo/ Evan Vucci)

US-Präsident Donald Trump. (Bild: AP Photo/ Evan Vucci)

  • Donald Trump: Der US-Präsident hat eine bekannte Schwäche für Pomp. Und auch mit Gold kann er sich leicht anfreunden, wie die Einrichtung seines Apartments im New Yorker Trump Tower zeigt. Forbes schätzt Trumps Vermögen auf 3,1 Milliarden Dollar. Der Grill dürfte also im Budget liegen.
Rapper Kanye West. (Bild: AP Photo/Charles Sykes)

Rapper Kanye West. (Bild: AP Photo/Charles Sykes)

  • Kanye West: Bekannt für seinen extravaganten Geschmack und eine Vorliebe für dekadente Luxusgüter. Hat seiner Gattin Kim Kardashian gerade ein 14-Millionen-Dollar-Apartment in Miami gekauft, da würde der Grill doch auch gut auf den Balkon passen.
Jorge Paulo Lemann. (Bild: EPA/Andrew Gombert)

Jorge Paulo Lemann. (Bild: EPA/Andrew Gombert)

  • Jorge Paulo Lemann: Soll der Grill lieber in der Region bleiben, kommt Jorge Paulo Lemann als Käufer in Frage. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 22 Milliarden Franken könnte sich der Brasilianische Bierkönig mit Wohnsitz in Rapperswil den Grill problemlos leisten. Für den Grillkauf spricht aber noch mehr: Einerseits die fleischlastige brasilianische Küche, andererseits sitzt Lemann beim Bier an der Quelle.
FC-Bayern-Star Franck Ribéry. (Bild: AP Photo/Martin Meissner)

FC-Bayern-Star Franck Ribéry. (Bild: AP Photo/Martin Meissner)

Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin und SVP-Nationalrätin. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin und SVP-Nationalrätin. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

  • Magdalena Martullo-Blocher: Mit einem geschätzten Vermögen von 4,7 Milliarden US-Dollar hat die SVP-Nationalrätin sicher das nötige Kleingeld für den Grill. Auch ohne Black-Angus-Beef gibt's eine gute Fleisch-Inhouse-Lösung: Seit 2018 hat ihr Vater Christoph Blocher nämlich eine eigene Wurst, die Blocher-Wurst.

Die serienmässigen Grills gibt's ab rund 5000 Franken

Seit fünf Jahren stellt Azado in Lömmenschwil Grills nach argentinischer Tradition her. Sie können je nach Vorliebe mit Kohle, Holz, Gas oder kombiniert befeuert werden. Weniger pompöse Modelle als der Dubai Grill sind ab rund 5000 Franken erhältlich. Dazu gibt's auch kein ganzes Black-Angus-Rind, sondern ein Kilogramm Rindfleisch. (ghi)

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