Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Gipskopf mit Geschichte

Die zehnte Ausgabe des Lateinischen Kulturmonats steht ganz im Zeichen des Olymp.
Margrith Widmer

In der Ostschweiz wird seit über 2000 Jahren Lateinisch geschrieben, gelesen, gesprochen und gesungen. Seit 2007 veranstaltet der Verein IXber jedes Jahr den Lateinischen Kulturmonat mit Vorträgen, Lesungen, szenischen Produktionen, Konzerten und Übersetzungswettbewerb. In den ersten neun Ausgaben des Kulturmonats waren die Götter und Göttinnen des Olymp auf vielfältige Weise präsent – in Vorträgen, Lesungen, Musik und szenischen Produktionen. Der zehnte Kulturmonat ist nun ganz ihnen gewidmet.

Heute um 18.15 Uhr wird die Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag von Hannes Flück und Sarah Lo Russo «Invicto Mitre – Das neuentdeckte Mithräum in Kempraten» im Historischen und Völkerkundemuseum eröffnet. Das Heiligtum des Sonnengott-Kults in Kempraten ist eines von dreien in der Schweiz. Der Kultraum wird mit den neusten archäologischen Methoden ausgegraben, wie Regula Steinhauser-Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Stellvertreterin des Leiters der Archäologie des Kantons St. Gallens, sagt. In der Kantonsbibliothek Vadiana ist ab Samstag um 17 Uhr die Ausstellung «Die Sprache der Götter – Gestalten der griechischen Mythologie» zu sehen, das Kernstück der Veranstaltungsreihe. Gleichzeitig findet die Vernissage des Buchs «Götter, Musen, Fabelwesen» des Historikers Peter Müller statt.

Büste aus Goethes Römer-Atelier?

Hauptfigur in der Vadiana ist eine 1,16 Meter hohe Porträtbüste der Juno Ludovisi im Foyer – «ein Gipskopf mit Geschichte», so Peter Müller. Der in diesem Herbst restaurierte Juno-Kopf war Teil einer acht Meter hohen Statue. Die Schöne könnte allerdings auch Antonia die Jüngere, die Nichte von Kaiser Augustus und Mutter von Kaiser Claudius sein, die sich idealisiert als Juno darstellen liess. Der Gipsabguss der Büste der Eventual-Göttin soll angeblich in Goethes Atelier in Rom gestanden haben. Er wurde der Vadiana 1954 vom deutsch-jüdischen Architekten Alfred Breslauer geschenkt. Breslauer floh 1939 vor den Nazis mit seiner Frau in die Schweiz und fand in St. Gallen eine neue Bleibe. Er war überzeugt: Der Gipskopf war jener, den Goethe 1788 der Malerin Angelika Kaufmann geschenkt hatte.

www.ixber.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.