Ein Gehörnter bewacht den Eingang

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Leicht zu finden ist es nicht, das verwunschene Hexenkirchli. Die rund drei Meter hohe Formation mehrerer ineinander verkeilter Felsen ist gut in der Schlucht versteckt, über die heute das Zahnradbähnlein von Rheineck nach Walzenhausen hinauffährt. Nicht einmal alle Einheimischen erinnern sich an den Ort. Ausserdem ist der Zustieg nichts für Leute, die sich selten im freien Gelände bewegen: Gutes Schuhwerk ist Pflicht, lange Hosen sind von Vorteil. Es gibt keinen Pfad mehr dahin, alles ist von stachligem Himbeer überwuchert. Der Weg hinauf führt durch ein unwegsames Bachbett und über Gehölz, das vor zwei Jahren nach einem Sturm geschlagen werden musste, um die Walzenhausenbahnbrücke nicht zu gefährden. Oben angekommen steht man in einer dramatischen Schlucht, linkerhand eine Felswand, von der meterlang der Efeu hängt. Und rechts am steilen Hügel bewacht ein Gehörnter den Eingang zum Hexenkirchli, über das sich die Rhein-ecker die grausligsten Geschichten erzählen. (hrt)