Ein Ex-Lehrer wird Oberjäger

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Peter Weigelt ist ein ehrgeiziger Mensch. Das sagen nicht nur ehemalige Mitstreiter des 61-jährigen Politik- und Medienprofis. Weigelt hat eine Art Ostschweizer Tellerwäscherkarriere hinter sich. Wobei er nicht als Tellerwäscher angefangen hat, sondern als Primarlehrer in Nesslau. Als 20-Jähriger übernahm er dort seine erste Klasse. Sieben Jahre lang war er mit Leib und Seele Lehrer, dann ging er nach St. Gallen, zum Gründungsteam von «Radio Aktuell». Beim Sendestart am 30. April 1984 um Mitternacht war es Weigelt, der als erster ins Mikrofon sprach. Noch im gleichen Jahr wechselte er ins Sekretariat der kantonalen FDP. Dort blieb er bis 1988, dann gründete er seine erste Kommunikationsfirma. Es blieb bei weitem nicht seine letzte. Parallel trieb er seine Politkarriere voran: Nach der Ochsentour über Ortspartei, Gemeinderat und Kantonsrat schaffte er 1995 den Sprung in den Nationalrat, machte sich als rechtsbürgerlicher Hardliner und Kampfblatt-Schreiber («Trumpf Buur») einen Namen. Heute wohnt der Mann mit der stets akkurat gekämmten Offiziersfrisur (er hat den Grad eines Majors) abgeschieden auf einem 45 000-Quadratmeter- Anwesen im Schaugentobel bei St. Gallen, inklusive Hirschzucht und Jagdrevier. Seit einer Woche ist er Präsident von Revierjagd St. Gallen, dem Dachverband der 1500 St. Galler Jäger. Er soll den behäbigen Verband zu einer schlagkräftigen Lobbytruppe umbauen. Scheitern könnte das einzig an seiner Internetleitung. Die soll im Schaugentobel miserabel sein. (ar)