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Ein Elternabend mit Misstönen: Ostschweizer Kunstturnszene weiterhin in der Krise

Die Ostschweizer Kunstturnszene findet nicht aus der Krise. Trotz Mediationsgesprächen zeichnet sich im Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz in Wil weiterhin keine Lösung ab.
Beat Lanzendorfer
Die Krise im Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz, das junge Turntalente aufs Schweizer Kader vorbereitet, ist auf die Männerabteilung übergeschwappt. (Bild: Benjamin Manser)

Die Krise im Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz, das junge Turntalente aufs Schweizer Kader vorbereitet, ist auf die Männerabteilung übergeschwappt. (Bild: Benjamin Manser)

Im Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz in Wil kriselt es. Eine Mediation im vergangenen Herbst brachte keine Entspannung unter den Beteiligten rund um Trägerverein, Geschäftsführung und Partnervereine.

Statt zurückzutreten wie vom Mediator empfohlen, hat der Vorstand des Trägervereins des Leistungszentrums die Geschäftsführerin Alexandra Breitenmoser-Lier per Ende Januar entlassen (Ausgaben vom 11. und 29. Ja­nuar). Vorgeworfen hatte er ihr fehlende Loyalität gegenüber dem Vorstand. Heute, gut vier Monate nach den ersten Gesprächen, haben sich die Wogen noch immer nicht geglättet. Die Verunsicherung soll grösser sein denn je, ist aus dem Umfeld des Zentrums zu hören.

Vater soll Rücktritt des Präsidenten verlangt haben

Auch eine im Vorfeld eines Elternabends durchgeführte Umfrage soll dazu beigetragen haben. Gemäss Informationen mehrerer Beteiligter bezogen sich die Fragen in erster Linie auf die Qualität der Trainings, die zuvor nie in Frage gestellt worden war. Die personellen Probleme am Leistungszentrum wurden nicht angesprochen. Kritisiert wurde ferner, dass die Umfrage nicht anonym war. Das habe viele Eltern verunsichert, weil sie sich bei kritischen Antworten vor Konsequenzen seitens des Vorstandes fürchteten. Der Elternabend am 6. Februar sei überdies eine Farce gewesen. Trotz mehrmaliger Aufforderung zur Erstellung eines Protokolls habe sich Vereinspräsident Willi Aurich konsequent geweigert, ein solches zu erstellen. Auch die Forderung, darüber abzustimmen, habe er abgelehnt. Weitere Diskussionen soll er «im Keim erstickt» haben.

Auf die Frage eines Elternteils, ob die Trainer faire Anstellungsbedingungen hätten, kam als Antwort: Die neue Geschäftsführerin habe die Verträge geprüft. Nun werde eine Zeiterfassung eingeführt, was bisher nicht der Fall gewesen sei. Am Ende des Elternabends soll ein Vater den Rücktritt von Willi Aurich, Präsident des Leistungszentrums, mit den Worten verlangt haben: «Sie haben unser Ver­trauen nicht mehr.» Inzwischen wurde eine zweite Mediation einberufen. Über das Ergebnis schweigen sich Imelda Stadler, Stiftungsratspräsidentin des Zentrums, und Dominik Meli, Präsident des St. Galler Turnverbands, sowie Willi Aurich aus.

Fehlende Wertschätzung und mangelnder Respekt

Bruno Schöb, Geschäftsführer der IG St.Galler Sportverbände, bestätigt, dass das im vergangene Jahr ausgelaufene Label Sport-verein-t bisher nicht verlängert worden ist. «Es ist richtig, dass gemäss Beschluss der Kommission der Interessengemeinschaft der St.Galler Sportverbände die Bewerbung um Verlängerung des Labels aufgrund der aktuellen Konfliktsituation sistiert ist.» Schöb möchte im Streit keine Partei ergreifen. Er lässt aber durchblicken, dass beim Sistierungsentscheid fehlende Wertschätzung und mangelnder Respekt innerhalb des Leistungszentrums eine Rolle spielten.

Bisher hatte sich das Zerwürfnis vor allem auf die Frauenabteilung im Regionalen Leistungszentrum bezogen. Mittlerweile scheint es, als sei auch die Männerabteilung betroffen.

Der Verein Kunstturnen Schaffhausen soll sich entschieden haben, vorerst keine Kunstturner mehr an die viermal ­jährlich stattfindenden Zusammenzüge sowie an die Regionalkadertests am regionalen Leistungszentrum in Wil zu entsenden. Ein Ende der schon lange andauernden Krise ist somit nicht in Sicht.

Turnerinnen trainieren mehr als 20 Stunden pro Woche

Das Regionale Leistungszentrum Ostschweiz in Wil betreibt die Förderung und Ausbildung von Nachwuchsturnerinnen und -turnern. Ziel ist, die Athletinnen und Athleten so auszubilden, dass sie den Übertritt in ein schweizerisches Kader erreichen. Das Bestreiten von nationalen und internationalen Wettkämpfen gilt als Bestandteil der Ausbildung. Die Turnerinnen und Turner des Leistungszentrums trainieren wöchentlich mehr als 20 Stunden und «geben alles, um für die Schweiz an Junioren-Europameisterschaften oder Olympischen Jugendspielen teilnehmen zu können respektive sich für das Schweizerische Nationalkader zu empfehlen», schreiben die Betreiber auf ihrer Homepage. Stiftung vermietet an Trägerverein Die Stiftung Regionales Leistungszentrum Ostschweiz war für den Bau der Trainingshalle ins Leben gerufen worden, sie ist Besitzerin der Halle und vermietet diese dem Trägerverein. Stiftungsratspräsidentin ist die Lütisburger Gemeindepräsidentin und FDP-Kantonsrätin Imelda Stadler. Präsident des Trägervereins ist Willi Aurich. (oh)

Hinweis: www.rlzo.ch

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