Ein Dölf-Früh-Park für den FC St.Gallen?

ST.GALLEN. Die St.Galler AFG Arena muss umgetauft werden. Zehn nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge, wie der Fussballtempel der Ostschweiz künftig heissen könnte.

Daniel Walt
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Legendär: Verteidiger Marc Zellweger. (Bild: Keystone)

Legendär: Verteidiger Marc Zellweger. (Bild: Keystone)

Spätestens Mitte 2018, vielleicht sogar schon früher ist Schluss mit Fussball in der AFG Arena – genauer: mit Fussball, der im Stadion namens AFG Arena gespielt wird. Nach dem angekündigten Rückzug der kriselnden AFG Arbonia-Forster dürfte sich die Suche nach einem neuen Namenssponsor für den FC St.Gallen nicht ganz einfach gestalten. Deshalb haben wir zuhanden der Verantwortlichen zehn Vorschläge zusammengestellt, wie das St.Galler Fussballstadion künftig heissen könnte.

1. Schützengarten-Arena:Diejenige Variante mit dem meisten Support aus Fankreisen. Bedingung für den Deal: Spielt St.Gallen schwach, gibt es Freibier für alle, damit sich die Fans die Leistungen ihrer Lieblinge schöntrinken können. Und: Giovanni Trapattoni muss auf die Trainerbank. Denn wo, wenn nicht in der Schützengarten-Arena, würde sein legendärer Spruch "Spieler schwach wie eine Flasche leer" mehr Sinn machen?



2. Stadion Luxemburg: Das Grossherzogtum übernimmt die Namensrechte in Anerkennung der fussballerischen Verdienste von Jeff Saibene und Mario Mutsch in der Ostschweiz. Nach Bekanntwerden des Deals verlängert Saibene vorzeitig bis 2033, Mutsch erhält eine ebenso lang währende Stammplatzgarantie. Heerscharen von Fussballfans aus dem Kleinstaat pilgern in der Folge an die Heimspiele des FCSG. Höhepunkt der Einweihungs-Feierlichkeiten: Der luxemburgische EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker setzt unter dem Jubel von 18'000 Fans im Anspielkreis seine Unterschrift unter die Einigung mit der Schweiz zur Begrenzung der Zuwanderung.

3. Arena Wil Ost: Die neuen türkischen Investoren des FC Wil nutzen die Gelegenheit zu einem weiteren Coup. Im Hinblick auf ihre Pläne, mit den Äbtestädtern in naher Zukunft Bayern München, Real Madrid und Juventus Turin das Fürchten zu lehren, kaufen sie sich das Namensrecht des St.Galler Stadions. Weil Wil schon bald auf- und St.Gallen absteigt, tauschen die Vereine ihre Heimstätten: St.Gallen spielt künftig vor 6000 Fans im ausverkauften Bergholz, Wil vor durchschnittlich 2379 Zuschauern in der Arena Wil Ost in St.Gallen, wo es neu Döner und Dürum statt Bratwurst und Cervelat gibt.

4. Dölf-Früh-Park:Was liegt näher, als das St.Galler Stadion nach jenem Präsidenten zu benennen, der den Verein vor dem Ruin bewahrt und in ruhige Gewässer geführt hat? Die Krux an der Geschichte: Früh muss selbst tief ins Portemonnaie greifen, um dergestalt geehrt zu werden – so tief, dass er dafür seine Luxusyacht verkaufen muss und dem Team keine Ausflüge auf dem Bodensee mehr ermöglichen kann.

5. Zamoramoah-Stadion: Ivan Zamorano und Charles Amoah – zwei Namen früherer FCSG-Stürmer, die den Fans noch heute auf der Zunge zergehen. Der Chilene Ivan Zamorano bombte die Espen 1989 zum Wintermeister-Titel und wurde danach zum Weltstar; dank der Tore von Charles Amoah wurde St.Gallen im Jahr 2000 Meister und bezwang auf internationaler Ebene gar Chelsea. Die beiden Namensgeber lassen sich nach der Einweihung ihres Stadions zu einem Comeback für Grünweiss überreden – und schiessen in der Folge mehr Tore als alle St.Galler Stürmer seit Amoahs Weggang zusammen.



6. Espenblock-Tempel: Die Fans legen zusammen. Dank der Einnahmen aus dem Verkauf des Magazins Senf und einer Sammelaktion, zu der die Sektion Stadionverbot Wesentliches beiträgt, gelingt es dem Espenblock, das ganze Stadion nach ihm zu benennen. Das Abbrennen von Pyros bleibt zwar verboten, ist nun aber dreifach so schön. Mindestens.

7. Zelli-Arena: St.Gallens früherer Kultverteidiger Marc Zellweger entschliesst sich, Namensgeber des neuen Stadions zu werden. Die Umtaufaktion geht mit einer massiven Reduktion der Zuschauerkapazität einher. Laut dem neuen Vertrag sind in Anlehnung an Zellis frühere Trikotnummer noch genau 1717 Fans zugelassen – und diese müssen eine minimale Haarlänge von 80 Zentimetern aufweisen.

Legendär: Verteidiger Marc Zellweger. (Bild: Keystone)

Legendär: Verteidiger Marc Zellweger. (Bild: Keystone)



8. Stadion Circus Knie: Nach dem Aus für seine Elefanten-Vorführungen schwenkt das Zirkusunternehmen aus Rapperswil auch in Sachen Zucht der Dickhäuter um: Diese wird nicht wie geplant im Kinderzoo, sondern in St.Gallen weitergeführt. Die Elefanten finden auf dem Breitfeld ein neues Zuhause. Anstelle der Cheerleader führen sie in den Pausen der FCSG-Spiele künftig ihre Kunststücke auf.

9. Red-Bull-Arena: Obwohl Dölf Früh weiss, dass Red Bull und alle Vereine, in denen das Dosenunternehmen das Sagen hat, in der Fanszene verhasst sind, beginnt er Verhandlungen mit Konzernchef Didi Mateschitz. Als unüberwindbares Hindernis wird sich aber erweisen, dass Unbekannte am Samstag den Reisecar des Hockeyteams von Red Bull Salzburg in St.Gallen massiv beschädigt haben.

10. Alain-Bieri-Arena:Mit dieser von Dölf Früh gesponserten Umbenennung des Stadions schlägt der FC St.Gallen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Er verhindert zum einen, dass der in Fankreisen äusserst umstrittene gleichnamige Schiedsrichter künftig erneut korrekte St.Galler Tore wie in einem Match gegen Basel annulliert oder dass er wie Anfang August gegen YB Penaltys gegen die Espen erfindet. Zudem pfeifen künftig auch alle anderen Schweizer Schiedsrichter konsequent pro FCSG – in der Hoffnung, dass das St.Galler Stadion nach Bieris Rücktritt dann nach ihnen benannt wird.