Ein Dauerregen soll Erleichterung bringen

In diesem Monat hat es viel zu wenig geregnet. Es gilt weiterhin ein Feuerverbot im Kanton St. Gallen.

Janina Gehrig
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Wegen der anhaltenden Trockenheit haben mehrere Kantone ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnaehe ausgesprochen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit haben mehrere Kantone ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnaehe ausgesprochen. 

Alexandra Wey / KEYSTONE

Da war das Gewitter in der Nacht vom Ostermontag auf den Dienstag und ein Regenguss am vergangenen Wochenende. Ansonsten herrschte in diesem April nur Sonnenschein, manchmal ging die Bise. Die Trockenheit macht der Schweiz zu schaffen. In vielen Kantonen gelten Feuerverbote im Wald und in Waldesnähe, seit Samstag auch im Kanton St. Gallen.
Der April hinke komplett hinterher, was die durchschnittliche Niederschlagsmenge angeht, sagt Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteonews.

«Normalerweise regnet es im April in der Ostschweiz 80 bis 100 Liter. Dieses Jahr waren es nur fünf bis sechs Liter.»

Der fehlende Niederschlag und die sonnigen und sehr warmen Frühlingstage führten zu massiver Verdunstung, was die Böden ausgetrocknet hat. Besonders brandgefährdet ist laut Stephan Bader, Klimatologe von Meteoschweiz, der trockene Waldboden mit dem dürren Laub und dem losen dürren Astmaterial. Dieses würde «wie Zunder brennen, wenn es über Wochen keinen Regen gab». An den Waldrändern, die von der Sonne aufgeheizt werden, sei die Waldbrandgefahr am grössten.

Besonders betroffen sind kleine Pflanzen

Da die obersten Bodenschichten am schnellsten austrocknen, seien kleine Pflanzen mit wenig tiefen Wurzeln besonders gefährdet, sagt Bader. Bäume mit tiefgehenden Wurzeln könnten noch lang von den Wasserreserven in den tieferen Bodenschichten zehren.

Zwar sei nun jeder Liter Wasser, der vom Himmel fällt, Gold wert, sagt Marquardt. Dringend nötig wäre jedoch ein Dauerregen. «Es bringt nichts, wenn es nach 29 Tagen an einem Tag schüttet, sodass der Boden mitgeschwemmt wird und der Grossteil des Wassers im Gully landet.» Wenn der Boden bereits derart ausgetrocknet sei, brauche es Zeit, dass sich die Poren öffnen und das Wasser auch im Boden versickern könne. Auch laut Bader bräuchte es nun dringend einen zwei- bis dreitägigen, kräftigen Niederschlag. «Damit würden zumindest die obersten zehn bis zwanzig Zentimeter des Bodens wieder genügend durchfeuchtet, sodass viele Pflanzen aufatmen könnten», sagt Bader.

Das wäre bestimmt auch den Pollenallergikern recht. Auch sie könnten dann wieder einmal so richtig durchatmen. Hoffnung auf eine Kaltfront und damit organisierten Regen hegt Marquardt auf kommenden Mittwoch und Donnerstag.

Feuerverbot wurde mehrheitlich eingehalten

Mindestens in den nächsten Tagen wird das Feuerverbot aufrechterhalten. Laut Daniel Hug, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei, ist das Verbot am Wochenende mehrheitlich eingehalten worden. «Wir haben vereinzelt Leute darauf aufmerksam machen müssen», sagt Hug.