Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Ein bitterer Tag für die CVP», Jubel bei Grünen und Grünliberalen: Das sagen die St.Galler Parteipräsidenten

Die St.Galler SVP und CVP verlieren je einen Sitz im Nationalrat. Die Parteipräsidenten zeigen sich enttäuscht, Grüne und Grünliberale müssten jetzt liefern. Mit Blick auf den zweiten Ständeratswahlgang und die Regierungswahlen im nächsten Jahr lassen die Parteipräsidenten vieles offen.
Katharina Brenner
Da waren erst 50 von 78 Gemeinden ausgezählt. Warten auf die Wahlresultate im Pfalzkeller. (Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT)

Da waren erst 50 von 78 Gemeinden ausgezählt. Warten auf die Wahlresultate im Pfalzkeller. (Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT)

Thomas Schwager trägt im Pfalzkeller eine Armschlinge. Er sei am Samstag beim Wandern gestürzt, zum Glück nicht abgestürzt. Die beiden gebrochenen Finger sind am Sonntag allerdings Nebensache. «Heute sind wir hinauf gestürzt», sagt der Präsident der St.Galler Grünen und freut sich nicht nur über den Wahlerfolg, sondern auch über sein Wortspiel. Das Ergebnis sei super, heute hier zu stehen sei deutlich schöner als vor vier Jahren. Damals hatten die Grünen ihren Sitz im Nationalrat verloren. Am Sonntag haben sie ihn zurückerobert.

Thomas Schwager, Präsident der St.Galler Grüne (Bild: Regina Kühne)

Thomas Schwager, Präsident der St.Galler Grüne (Bild: Regina Kühne)

Ist dieser Erfolg nachhaltig? Der Klimawandel werde uns nicht mehr los lassen, so Schwager. Zur Ständeratswahl sagt er, es sei bemerkenswert, dass Franziska Ryser nur knapp hinter Marcel Dobler gelandet sei, der seit vier Jahren im Nationalrat sitze. Gut 3000 Stimmen trennen die beiden. Ob Ryser zum zweiten Wahlgang antrete, werde die Partei am Montag besprechen. Und ob die Partei eine Kandidatur für die Regierungswahlen im nächsten Jahr stellen wird, wollte sie vom Ausgang der Wahlen am Sonntag abhängig machen. Für eine Aussage war es Schwager am Sonntagabend aber noch zu früh.

GLP will Schwung für nächste Wahlen mitnehmen

Die weiteren Gewinner dieser Wahlen sind die Grünliberalen. Sie haben einen Sitz im Nationalrat geholt. Parteipräsidentin Nadine Niederhauser sucht vor Freude nach Worten. Dann findet sie diese:

«Es ist phantastisch.»

Nadine Niederhauser, Präsidentin GLP St.Gallen (Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT)

Nadine Niederhauser, Präsidentin GLP St.Gallen (Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT)

Das Ergebnis liege über ihren Erwartungen. Auch bei der Ständeratswahl spricht Niederhauser von einem «guten Ergebnis», obwohl der Kandidat der Grünliberalen Pietro Vernazza abgeschlagen auf dem zweitletzten Platz landete. Den Schwung dieser Wahl wolle die GLP in die Regierungs- und Kantonsratswahlen im nächsten Jahr mitnehmen, so Niederhauser.

SP-Präsident spricht von Linksrutsch

Max Lemmenmeier, Präsident SP St.Gallen (Bild:Benjamin Manser / TAGBLATT)

Max Lemmenmeier, Präsident SP St.Gallen (Bild:Benjamin Manser / TAGBLATT)

Er sei sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis, sagt auch SP-Präsident Max Lemmenmeier. Diese Wahl sei ein Linksrutsch. Dazu gewonnen hat allerdings nicht die SP, sondern die GLP und die Grünen. Die SP hält ihre beiden Sitze. Ein Erfolg für das Links-Grüne-Lager sei ein Linksrutsch, betont Lemmenmeier. In der Umwelt-, Gesundheits- und Sozialpolitik würden die Parteien eng zusammenarbeiten.

Das Resultat der Ständeratswahl sei super und die Unterstützung für Paul Rechsteiner noch sehr viel deutlicher als beim letzten Mal. Der Parteipräsident freut sich über den «sehr grossen Abstand» zum Kandidaten der SVP. Fast 20000 Stimmen trennen Paul Rechsteiner und Roland Rino Büchel.

Aufbau eines Ständerats fällt FDP schwer

Freude herrscht auch bei der FDP, zumindest was die Nationalratswahlen betrifft. Parteipräsident Raphael Frei sagt:

«Wir konnten unsere beiden Sitze halten und haben unser Ziel erreicht.»

Raphael Frei, Präsident FDP St.Gallen (Bild: Augistin Saleem )

Raphael Frei, Präsident FDP St.Gallen (Bild: Augistin Saleem )

Mit den beiden Sitzen im Nationalrat und Karin Keller-Sutter im Bundesrat seien gleich drei Vertreter der St.Galler FDP in Bern.Der Aufbau eines Ständeratskandidaten hingegen sei nicht so einfach. Seit bald einem Jahr sei die FDP im Ständeratswahlkampf. Er hätte gerne zwei Bürgerliche im Ständerat, sagt Frei. Was das für den zweiten Wahlgang bedeute, könne er jetzt aber noch nicht sagen.

Freude für Friedli und Bedauern bei der SVP

Walter Gartmann, Präsident SVP St.Gallen (Bild: Regina Kühne)

Walter Gartmann, Präsident SVP St.Gallen (Bild: Regina Kühne)

«Es ist schade, dass wir einen Sitz verloren haben. Das wollten wir nicht», sagt Walter Gartmann, Präsident SVP St.Gallen. Er mag Esther Friedli den Sieg gönnen und es sei schön für alle, die gewonnen haben. Für die beiden abgewählten Nationalräte tue es ihm aber persönlich leid. Bedauern schwingt in seiner Stimme mit. Zur grünen Welle und zur Rolle der Klimapolitik sagt Gartmann:

«Die SVP ist die eigentliche grüne Partei. Wir sind diejenigen, die in der Natur arbeiten.»

Was ihn freue und zuversichtlich stimme: dass die SVP noch immer mit Abstand die wählerstärkste Partei sei. Sie kommt auf über 30 Prozent der Stimmen. Auch mit dem Ergebnis von Roland Rino Büchel bei der Ständeratswahl zeigt sich Gartmann sehr zufrieden. Wie es im zweiten Wahlgang weitergehe, wisse er noch nicht. Sein Ziel bleibt klar: zwei bürgerliche Ständeräte.

Sitzverlust und Stimmenzuwachs für CVP

Bedauern auch bei der St.Galler CVP. Parteipräsident Patrick Dürr sagt:

«Es ist ein bitterer Tag für unsere Partei.»

Patrick Dürr, Präsident der CVP St.Gallen (Bild:Benjamin Manser / TAGBLATT)

Patrick Dürr, Präsident der CVP St.Gallen (Bild:Benjamin Manser / TAGBLATT)

Es sei sehr schade, dass es nicht für einen dritten Sitz gereicht habe. Das Thema in diesem Wahljahr sei ganz klar das Klima gewesen. Die CVP werde ihre Politik aber weiterverfolgen wie gehabt. Grüne und Grünliberale müssten jetzt liefern, so Dürr. Der Parteipräsident zeigt sich aber nicht nur betrübt. Seine Partei habe beim Wähleranteil zwei Prozent zugelegt. Das Ergebnis von Benedikt Würth bei der Ständeratswahl sei hervorragend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.