Der Frühling kommt kurz vorbei – am Wochenende wird's in der Ostschweiz bis zu 17 Grad warm

Nach dieser stürmischen Woche beruhigt sich das Wetter am Wochenende. Und: Es wird warm. In der Ostschweiz sind frühlingshafte Temperaturen vorhergesagt. Lange halten sie sich jedoch nicht.

Linda Müntener
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Bereits leuchten die ersten Krokusse. Am Wochenende werden noch mehr der Frühblüher ihre Blüten öffnen.

Bereits leuchten die ersten Krokusse. Am Wochenende werden noch mehr der Frühblüher ihre Blüten öffnen.

Christa Kamm-Sager

Der Winter hat in der Ostschweiz gefühlsmässig noch gar nicht richtig Einzug gehalten, da klopft schon der Frühling an die Tür. Nach dieser stürmischen Woche sind für das Wochenende höhere Temperaturen vorhergesagt. Der Wind lässt nach, der Regen klingt ab, die Wolken lockern auf. Im Churer Rheintal soll es am Sonntag bis zu 17 Grad warm werden.

Wie ist das möglich? Heute gelange die Schweiz zunehmend in den Einflussbereich eines Zwischenhochs mit Zentrum über der Iberischen Halbinsel, sagt Sarah Schöpfer, Meteorologin beim Bundesamt für Meteorologie. In der Ostschweiz werde bis Freitagabend noch viel Restbewölkung vorhanden sein, bevor sich das Wetter verbessere.

Das Hoch trocknet die Luftmasse von oben her ab und erwärmt die Luft gleichzeitig. «Oft verbindet man winterliche Hochdrucklagen mit Bise und Kaltlufteinbrüchen. Da das Hoch jedoch nicht nördlich von uns liegt, sondern wie erwähnt über der Iberischen Halbinsel, wird in einer Südwestströmung milde Atlantikluft zu uns geführt», sagt Sarah Schöpfer.

Am Samstag liegen die Höchstwerte je nach Nebel bei rund 6 bis 12 Grad. Die Nullgradgrenze steigt auf gegen 3500 Meter an. Besonders am Samstag sind gemäss Wetterdiensten die Wintersportbedingungen ideal, oberhalb von rund 1000 bis 1200 Metern fallen bis dahin verbreitet zwischen 20 und 50cm Neuschnee. Doch Achtung – Meteorologen warnen vor Lawinengefahr.

Ab Sonntagnachmittag nimmt der Westwind besonders in den Bergen zu, bevor es am Montag stürmisch wird und mit mässiger Stärke auch in die Niederungen hinuntergreifen mag.

Ein Spaziergang am See, zum Beispiel in Güttingen? Am Wochenende wäre der ideale Zeitpunkt dafür.

Ein Spaziergang am See, zum Beispiel in Güttingen? Am Wochenende wäre der ideale Zeitpunkt dafür.

Leserbild: Stephan Lendi

Am Montag kommt die Kaltfront

Auch wenn das Wochenende in tieferen Lagen mild wird – die Winterjacke sollte man deswegen noch nicht im Schrank verstauen. Denn so schnell wie der Frühling in die Ostschweiz kommen wird, so schnell wird er sich auch wieder verabschieden.

Am Montag wird die Schweiz von einer Kaltfront aus Nordwesten erfasst. Die Höchsttemperaturen in der Ostschweiz fallen voraussichtlich auf 12 Grad. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs rund 1600 bis am Abend gegen 1000 Meter. «Am Dienstag und Mittwoch verbleiben wir in der kälteren Luft, die Schneefallgrenze wird sich voraussichtlich zwischen rund 500 und 700 Metern bewegen, je nach Intensität der Schauer», sagt Sarah Schöpfer.

Rekorde im Februar?

Der vergangene Monat war nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA der weltweit wärmste Januar in ihrer 141-jährigen Messreihe. Damit setzt sich ein Trend der Erwärmung aus den vergangenen Jahren fort: Vier der wärmsten Januar-Monate wurden seit 2016 gemessen, die zehn wärmsten seit 2002.

Ob auch der Februar Rekorde knacken wird, kann Stephan Bader, Klimatologe beim Bundesamt für Meteorologie noch nicht beantworten. «Zur weltweiten Entwicklung haben wir keine Informationen. Für die Ostschweiz ist die Unsicherheit noch gross», sagt er. Für das Tessin hingegen deuten die aktuellen Berechnungen bis zum Monatsende sehr klar auf den mildesten Februar seit Messbeginn 1864 hin.

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