Ein Ausraster nach dem anderen

MELS. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat diese Woche einen jungen Mann schuldig gesprochen, weil er über ein halbes Dutzend Menschen bedroht, angegriffen und verletzt hatte.

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MELS. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat diese Woche einen jungen Mann schuldig gesprochen, weil er über ein halbes Dutzend Menschen bedroht, angegriffen und verletzt hatte. Die Anklageschrift legte nahe, dass der 24jährige Mann leicht erregbar ist und schon bei kleinsten Auslösern zuschlägt. So im Januar 2014 in einem Lokal am Walensee, wo er sich spätnachts mit Kollegen rüpelhaft benahm. Als ein Unbeteiligter die Gruppe zu sittsamem Verhalten aufforderte, wurde er von der Gruppe in die Ecke gedrängt, wo ihm der Angeklagte einen Faustschlag auf den Kopf verpasste.

Weiter draufgeschlagen

Mehrere weitere gewalttätige Auseinandersetzungen hatten unter anderem einen Bänderriss und einen Nasenbeinbruch – verursacht durch den Angeklagten – zur Folge. Im März fuhr der junge Mann ausserdem unter Drogeneinfluss Auto, obwohl ihm der Führerausweis bereits entzogen worden war.

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte hingegen als unschuldiges Opfer. Er habe einen schlechten Ruf, und darum schiebe man ihm jetzt allerlei Vorwürfe in die Schuhe, für die er nichts könne, – vielleicht um ihm eins auszuwischen. Darum forderte er einen Freispruch.

12 000 Franken Gerichtskosten

Die Anklage forderte jedoch elf Monate Gefängnis und eine Busse von 1500 Franken wegen jeweils mehrfacher Körperverletzung, Tätlichkeit und Drohung. Das Gericht verurteilte den Arbeitslosen zu neun Monaten Haft sowie zu einer Busse über 1500 Franken. «Die Prognose ist ungünstig», hiess es, nicht zuletzt mit Verweis auf einschlägige und zahlreiche Vorstrafen. Der Mann muss zudem die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt über 12 000 Franken tragen. (rm)