Ein Appenzeller . . .

Ein Appenzeller namens Brand las stets, wenn er im WC stand und daselbst seine Blase leerte, den Rütlischwur, den er verehrte und deshalb dort befestigt hatte. Manch Tröpflein auf der Bodenmatte war der Lektüre zuzuschreiben,

Drucken
Teilen
Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Ein Appenzeller namens Brand

las stets, wenn er im WC stand

und daselbst seine Blase leerte,

den Rütlischwur, den er verehrte

und deshalb dort befestigt hatte.

Manch Tröpflein auf der Bodenmatte

war der Lektüre zuzuschreiben,

weil Brand, statt konzentriert zu bleiben,

es oft daneben laufen liess,

wenn er auf die Passage stiess,

wo man vor fremden Richtern warnte.

So eine Richterschar umgarnte

in Strassburg unser Land mit Schlingen,

bemüht, uns Rechte aufzuzwingen,

die man scheint's Menschenrechte nannte

und die der Rütlischwur nicht kannte.

Brand war dann jeweils sehr erregt,

doch hat sein Zorn sich stets gelegt,

wenn er an einen Helden dachte,

der fremdem Recht den Garaus machte,

auf unser Schweizer Recht ein Pocher,

Christoph Blocher.

Eugen Auer

Eine Auswahl der Glossen von Eugen Auer ist in Buchform

erschienen. «Ein Appenzeller namens ...», Band 1 bis Band 3 sowie eine CD sind im Buchhandel erhältlich.