Ein Appenzeller . . .

Ein Appenzeller namens Hässig fand Ausserrhoden nicht so lässig, entschied sich für die Migration und wanderte aus dem Kanton hinaus nach Wil im Fürstenland, wo er gleich eine Arbeit fand und wo es ihm recht gut gefiel, jedoch es störte ihn an Wil,

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Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Hr Eugen Auer Portraet für Gwondrig (Bild: Martina Basista)

Ein Appenzeller namens Hässig

fand Ausserrhoden nicht so lässig,

entschied sich für die Migration

und wanderte aus dem Kanton

hinaus nach Wil im Fürstenland,

wo er gleich eine Arbeit fand

und wo es ihm recht gut gefiel,

jedoch es störte ihn an Wil,

dass dort ein Moslemzentrum war

mit einem echten Imam gar,

der Worte des Propheten lehrte,

was Hässig keineswegs begehrte.

Kein Schatten aber ohne Licht.

Für Hässig fiel hier ins Gewicht

sehr positiv der FC Wil.

Im Fanblock sah er jedes Spiel

und stimmte ein ins Fangeschrei.

Als nun ein Mann aus der Türkei

in diese Mannschaft investierte

und Moslemspieler engagierte,

war Hässig solches sehr genehm,

doch sah er plötzlich ein Problem.

Ein Christ schoss ein Elfmetertor,

wenn er den lieben Gott zuvor

um Segen auf den Fuss gebeten,

weshalb die christlichen Athleten

es sich ja niemals nehmen liessen,

jeweils vor dem Elfmeterschiessen,

der Kraft des Segens wohl bewusst,

ein Kreuz zu schlagen auf die Brust.

Wie kommt, sprach Hässig leicht verlegen,

ein Moslem für sein Tor zum Segen?

Auch Türken müssen schliesslich beten,

um Bälle zielgerecht zu treten.

Es gibt, sprach Hässig freudig schier,

für sie ein Moslemzentrum hier,

wo sie ein Imam unterweist.

So wurde Hässigs enger Geist,

auf dass die Türken Tore schossen,

aufgeschlossen.

Eugen Auer

Eine Auswahl der Glossen von Eugen Auer ist in Buchform

erschienen. «Ein Appenzeller namens ...», Band 1 bis Band 3 sowie eine CD, sind im Buchhandel oder unter www.appenzellerverlag.ch

erhältlich.