Echse in der Stadtwüste

Klimawandel

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Da hockt sie vor dem Schalter, als ob es eine Anwohnerparkkarte zu erneuern gäbe. Dabei ist sie alles andere als ein normaler Kunde und selber Gegenstand einer Vermisstenanzeige: Die Bartagame bei der St. Galler Stadtpolizei versteht sich wohl als Bote des Klimawandels. Denn diese grössere australische Echsenart liebt trockene Gebiete wie Halbwüsten und ein Klima mit 30 Grad Durchschnittstemperatur und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit. Mit anderen Worten: Sie fühlt sich in diesen Hitzetagen in St. Gallen pudelwohl. Also kroch die fitte Bartagame gestern ein wenig im Quartier herum und nahm dann mitten auf der Fürstenlandstrasse ein Sonnenbad. Ein aufmerksamer Autofahrer, der offenbar wusste, dass das Schuppentier nicht giftig ist, fing es ein und brachte es auf die Polizei. Die hat das Tier – bei aller Sympathie – inzwischen auf eine Auffangstation gebracht. Und natürlich sucht sie den Besitzer sowie Zeugen des exotischen Tierausflugs. (mel)