Wandertipp: Rundwanderung von Wildhaus über den Zwinglipass zum Mutschen und zurück

In steter Begleitung der hier hausenden Murmeltiere führt diese abwechslungsreiche Wanderung im südlichen Alpstein bietet atemberaubende Ausblicke auf den Altmann, das Alpstein-Massiv und das gesamte Rheintal. Nicht zu hoch und nicht zu steil, ist sie ideal für eine erste Frühlingswanderung – ein bisschen Kondition ist allerdings vonnöten.

Enrico Kampmann
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Beim Spar direkt neben der Postautostation Wildhaus, Dorf kann man sich mit Proviant eindecken, falls es im Vorfeld vergessen gegangen ist.
23 Bilder
Wir folgen der Dorfstrasse zur Gamplüt-Gondelbahn, die Schofbergwand vor Augen.
Die Gamplüt Gondelbahn ist wegen des Lockdowns geschlossen.
Wir folgen dem Flüretobel.
Wir kommen aus dem Flüretobel und stehen vor der eindrücklichen Schofbergwand.
Wir folgen der Strasse durch ein breites, mit Frühlingsblumen bespicktes Tal nach Osten in Richtung Teselalp.
Beim Aufstieg begegnen wir dem ersten Murmeltier.
Aussicht auf das Tal, das wir eben durchquerten und die Churfirsten in der Ferne.
Im Westen begleitet die Aussicht auf die Pyramide des Girenspitz unseren Aufstieg.
Hinter der Zwinglipasshütte türmt sich majestätisch der Altmann auf.
Die Zwinglipasshütte (2000m ü.M.)
Mit Schneefeldern überzogene Hochebene vor dem Zwinglipass.
Der Altmann.
Ein weiteres Schneefeld führt uns zum Chreialpfirst.
Der Höhenrücken des Chreialpfirst
Im Westen frohlockt der 123 Meter hohe Antennenturm der Säntis-Station.
Wir nähern uns dem Mutschen.
Der steile Aufstieg zum Gipfelkreuz des Mutschen ist die Mühe wert.
Aussicht vom Mutschen über das Rheintal nach Norden.
Aussicht vom Mutschen über das Rheintal nach Süden.
Vom Mutschensattel laufen wir durch die Gruebe zurück in Richtung Teselalp.
Wir durchqueren noch einige Schneefelder bevor wir zurück ins Tal kommen.
Zurück bei der Theselalp.

Beim Spar direkt neben der Postautostation Wildhaus, Dorf kann man sich mit Proviant eindecken, falls es im Vorfeld vergessen gegangen ist.

Enrico Kampmann

Infobox

Start: Postautostation Wildhaus, Dorf
Ziel: Postautostation Wildhaus, Dorf
Strecke: 16km
Wanderzeit: 6h 30min.
Aufstieg: 1200m
Abstieg: 1200m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk. Genug Wasser. Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Aufgrund der momentanen Corona-Situation bitten wir Sie, Öffnungszeiten direkt bei den Gaststätten abzuklären. «Zwinglipasshütte»: 071 999 24 36
Öffentlicher Verkehr: Bus 790 von Wattwil in Richtung Buchs 
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 2514 Säntis-Churfirsten

1 Wildhaus Postautostation

Wir starten unsere Wanderung an der Postautostation Wildhaus, Dorf. Direkt gegenüber befindet sich ein Spar-Supermarkt. Hier kann man allenfalls noch Proviant besorgen, falls man es vorher nicht geschafft hat. Wenn für die Verpflegung gesorgt ist, folgen wir der Dorfstrasse in nordöstlicher Richtung zur Gamplüt-Gondelbahn, die schon aus der Ferne eindrucksvolle Schofbergwand vor Augen. Die Talstation erreichen wir nach etwa zehn Minuten. Mit der Bahn könnte man knapp 300 Höhenmeter gewinnen, doch zur Zeit unserer Wanderung ist sie aufgrund des Lockdowns noch nicht in Betrieb. Also beginnen wir unseren Anstieg in richtung Norden durch das grüne Flüretobel.

2 Teselalp

Nachdem wir ein erstes etwas steileres Stück mit Holzstufen überbrückt haben, verlassen wir das bewaldete Tobel. Direkt vor uns ragt imposant die Schofbergwand 350 Meter senkrecht nach oben. Wir laufen ihr entgegen und nach ein paar Metern mündet der Wanderweg auf eine Schotterstrasse. An der Kreuzung stehen zwei Bänke und ein Brunnen. Falls man schon ins Schwitzen gekommen ist, sollte man seine Wasserflasche hier auffüllen, denn für eine Weile ist das die letzte Gelegenheit. Wir folgen der Strasse durch ein breites, mit Frühlingsblumen bespicktes Tal nach Osten in Richtung Teselalp (1434m). Nach etwa 15 Minuten erreichen wir diese und biegen nach links in eine von Löwenzahn übersäte, gelb leuchtende Wiese ab in Richtung Zwinglihütte/Zwinglipass. Kurz darauf setzen wir zum Anstieg an, den Nordhang zur Chreialp hinauf.

3 Zwinglipasshütte

Schon bald können wir eine atmberaubene Aussicht auf das Tal geniessen, das wir eben durchquerten. In der Ferne sieht man die noch verschneiten, spitzen Zacken der Churfirsten. Direkt auf dem Weg vor uns sonnt sich ein Murmeltier, was sich aber schnellstens aus dem Staub macht, als es uns bemerkt. Für ein Foto hat es gerade noch gereicht. Der Wanderweg schlängelt sich weiter nach oben über die Baumgrenze hinaus. Auf der Höhe von Hundsbüchel (1817m) führt er uns über die ersten Schneefelder (Wir unternahmen die Wanderung Ende Mai. Mittlerweile ist ein Grossteil der Schneefelder wohlmöglich verschwunden). Im Westen begleitet die Aussicht auf die Pyramide des Girenspitz unseren Aufstieg. Kurze Zeit später sehen wir weiter oben schon die Zwinglipasshütte. Hinter ihr türmt sich majestätisch der Altmann auf. Auf einer Höhe von genau 2000 Metern erreicht man die Hütte, wo man essen, trinken und bei Bedarf auch übernachten kann. Es gibt auch einen Brunnen, wo man Wasser nachfüllen kann ­– der letzte, bis wir unsere Schlaufe beendet haben.

4 Chreialpfirst

Einige Meter weiter folgen wir dem Weg nach Nordosten über eine Hochebene zum Zwinglipass. Hier spielen zwei Murmeltiere ausgelassen miteinander, ein drittes schaut aus einiger Entfernung zu. Sie lassen sich kaum von uns beirren; bis auf wenige Meter können wir uns nähern, bis die kleinen Nager in ihren Löchern verschwinden. Auf der Passhöhe biegen wir nach Südosten in Richtung Creialpfirst ab. Ein sanfter Aufstieg über Schneefelder bringt uns zum langgezogenen Höhenrücken, dem wir folgen und die Ausblicke ins Alpstein geniessen. Hinter uns im Westen frohlockt der 123 Meter hohe Antennenturm der Säntis-Station – noch liegt aber zu viel Schnee, um den König des Alpsteins zu erklimmen. Wir erreichen den höchsten Punkt der Wanderung auf 2127 Metern woraufhin der Weg zum Mutschensattel abfällt.

5 Mutschen

Dort angekommen entscheiden wir uns für einen kleinen Abstecher auf den Mutschen (2122m). Wir brauchen etwa zehn Minuten um den doch recht steilen Weg zum Gipfel zu bewältigen. Die Aussicht ist es alle Male wert. Vom Gipfelkreuz hat man eine atemberaubende Aussicht auf das ganze Rheintal, im Norden sieht man sogar den Bodensee. Nachdem wir uns sattgesehen haben steigen wir wieder ab zum Mutschensattel.

6 Gruebe

Von hier aus begeben wir uns in südwestlicher Richtung in die Gruebe. Das noch von Schneefeldern durchzogene enge Tal führt zwischen eindrücklichen Felswänden hindurch stetig bergab zurück zur Teselalp. Von hier an sind wir wieder auf dem gleichen Weg, auf dem wir gekommen sind. Wir laufen bergab bis zurück nach Wildhaus, wo wir uns in einem Gemütlichen Gasthaus direkt bei der Postautostation ein kaltes Bier in der Sonne gönnen. Fazit: eine perfekte erste Wanderung für den Saison-Auftakt.

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