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Geld und gelockerte Regeln für leidende Bauern: Ostschweizer Kantone erlassen Dürre-Sofortmassnahmen

Die Auswirkungen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit und die heissen Temperaturen sind für die Landwirtschaft enorm. Die Kantone St.Gallen und Thurgau erlassen deshalb ab sofort Massnahmen, um die Folgen der Trockenheit in der Landwirtschaft zu mildern.
Die Felder in der Ostschweiz verdorren. (Bild: Andrea Stalder)

Die Felder in der Ostschweiz verdorren. (Bild: Andrea Stalder)

(pd/bro/stm) In weiten Teilen der Ostschweiz wächst kein Futter mehr für Nutztiere. Um die Belastung der betroffenen Landwirtschaftsbetriebe zu vermindern, ergreifen die zuständigen Ämter Sofortmassnahmen.

Die aktuelle Trockenheit betrifft weite Teile des Kantons St.Gallen. Viele Landwirte mussten ihren Heuvorrat angreifen oder den Tierbestand reduzieren. Wie die Staatskanzlei St.Gallen in einer Mitteilung schreibt, wurden fünf Massnahmen eingeleitet, um Bewirtschaftern von Streueflächen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten entgegen zu kommen. Diese reichen von vorzeitiger Beweidung, Flexibilität beim Schnittzeitpunkt von Streueflächen bis zur Kulanz bei Tiersömmerungstagen und Nährstoff- und Futterbilanzen.

Der Kanton St.Gallen ergreift folgende fünf Massnahmen:

  • Wenig intensiv genutzte und extensiv genutzte Wiesen können ab sofort beweidet werden. Es braucht kein Gesuch an das Landwirtschaftsamt (LWA). Dies gilt auch für extensiv genutzte Wiesen mit einem Naturschutzvertrag nach dem Gesetz über die Abgeltung ökologischer Leistungen (GAöL), sofern im jeweiligen Vertrag eine Herbstweide geregelt ist.
  • Früheres Mähen: Gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz sind alle Moore und Streueflächen geschützt. In der Regel dürfen diese Flächen ab 1. September gemäht werden. Die Antwort der Regierung auf eine Interpellation des Kantonsrates vom vergangenen Jahr ermöglicht nun eine flexiblere Handhabung dieses Schnittzeitpunktes.
  • Wenn auf Alpen zu wenig Futter oder Wasser vorhanden ist und vorzeitig zu Tal gefahren werden muss, werden die für die Sömmerungsbeiträge geforderten Tiertage nicht mehr erreicht. Dem LWA muss bis 1. Oktober ein Gesuch eingereicht werden.
  • Wenn die Tiere länger als geplant auf der Alp bleiben, weil es im Tal kein Futter mehr hat, können die geforderten Tiertage überschritten werden. Dies betrifft vor allem Alpen in hoher Lage im Süden des Kantons St.Gallen. Auch hier muss bis 1. Oktober ein Gesuch eingereicht werden.
  • Wenn der Anteil Weidefutter beim Programm RAUS unterschritten wird, oder wenn wegen Heuzukäufen die Nährstoffbilanz oder die Futterbilanz nicht eingehalten werden kann, gelten besondere Bestimmungen.

In Fällen höherer Gewalt wie Trockenheit können die Behörden auf Beitragskürzungen verzichten, auch wenn Bestimmungen der Direktzahlungsverordnung nicht mehr eingehalten werden. Von dieser Regelung machen die beiden Ämter nun Gebrauch.

Auch Kanton Thurgau nutzt Handlungsspielraum

Der Kanton Thurgau ist von der anhaltenden Trockenheit ebenfalls stark betroffen. Weil die Trockenheit in Einzelfällen zu ausserordentlichen finanziellen Belastungen für die Bauernbetriebe füht, hat auch der Kanton Thurgau drei Massnahmen ergriffen, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung schreibt.

Der Kanton Thurgau ergreift folgende drei Massnahmen:

  • Eine erste Massnahme ist die befristete Lockerung der RAUS-Bestimmungen (Regelmässiger Auslauf im Freien). Die Bestimmung, wonach bei Rinder, Ziegen und Schafe mindestens einen Viertel des Trockensubstanzbedarfs durch Weidefutter gedeckt werden muss, wurde ausgesetzt. Die Rinder, Ziegen, Schafe und Pferde bewegen sich im RAUS-Programm vom 1. Mai bis 31. Oktober an mindestens 26 Tagen pro Monat im Auslauf auf eine Weide. Die Ausnahme erlaubt anstelle des Auslaufs auf eine Weide den Auslauf in einen Laufhof. Insgesamt befinden sich die Tiere weiterhin mindestens 26 Tage pro Monat im Auslauf auf einer Weide oder in einem Laufhof.
  • Als zweite Massnahme ist es ab sofort erlaubt, die extensiv genutzten Wiesen und die wenig intensiv genutzten Wiesen vorzeitig zu beweiden. Normalerweise ist das erst ab dem 1. September erlaubt. Um die Qualität dieser Biodiversitätsförderflächen nicht zu gefährden, ist es möglich, die extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen schonend und über eine möglichst kurze Dauer zu beweiden. Sobald kein Weidegras mehr vorhanden ist, müssen die Tiere die Weide verlassen.
  • Als dritte Massnahme wurde bei den Landschaftsqualitätsprojekten der späteste Ansaattermin für die Massnahme «Farbige Zwischenfrüchte» bis am 31. August verlängert.

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