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«Dümmer geht es fast nicht»: St.Galler Anhänger zeigen massive Pyro-Show +++ Polizei filmt Fans beim Verlassen des Espenblocks

Beim 3:1-Sieg des FC St.Gallen gegen Servette haben St.Galler Anhänger den zehnten Geburtstag einer Fangruppierung mit einer Pyroshow gefeiert. Diese erstreckte sich über fast das gesamte Spiel. Die einen bewunderten die Darbietung – andere wollen den Spielen deshalb künftig fernbleiben. Die Stadtpolizei ihrerseits trifft nun Abklärungen.
Daniel Walt
(Bild: Urs Bucher)(Bild: Urs Bucher)
(Bild: Urs Bucher)(Bild: Urs Bucher)
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(Bild: Daniel Walt)(Bild: Daniel Walt)
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(Bild: Daniel Walt)(Bild: Daniel Walt)
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9 Bilder

Massive Pyrozündereien von St.Gallen-Fans

Richard Fischbacher, Stadionsprecher des FC St.Gallen, resignierte. Er merkte, dass seine Durchsagen, Pyros seien im Kybunpark verboten, an diesem Abend komplett wirkungslos bleiben würden. Ab der ersten Minute der Partie St.Gallen – Servette (3:1) kam es im Espenblock zu massivem Abbrennen von pyrotechnischem Material. Die Pyros waren in eine Choreographie eingebettet, mit welcher der zehnte Geburtstag der Fangruppierung «Saint Brothers» gefeiert wurde.

Anspielung auf Erhöhung des Bierpreises

Beim Einlaufen der beiden Mannschaften war der Espenblock in die Farben Grün und Weiss getaucht. Ein riesiges Banner mit der Aufschrift «Saint Brothers» und dem Konterfei eines vor einiger Zeit verstorbenen jungen Anhängers war hinter dem Tor vor dem Fanblock angebracht. Und zuoberst hingen grosse Transparente mit den Jahreszahlen 2009 und 2019, die auf das Jubiläum der «Saint Brothers» anspielten:

(Bild: Urs Bucher)

(Bild: Urs Bucher)

In der Folge zündeten Anhänger erste Pyros. Zudem hissten sie ein Transparent, mit dem sie dem Publikum ein – allerdings nicht sehr schweres – Rätsel aufgaben. Dieses war gleichzeitig eine Ankündigung. Man solle noch ein Bier holen, denn heute werde es teuer, stand auf dem Banner zu lesen. Die Auflösung folgte dann gegen Ende des Spiels, nachdem vermummte Anhänger immer wieder Pyros im grossen Stil gezündet hatten:

«Dank em erhöhte Priis isch d Pyrobuess zahlt!»

Damit spielten die Fans zum einen auf die Erhöhung des Bierpreises im Kybunpark auf diese Saison hin an – und zum anderen auf die Tatsache, dass der FC St.Gallen regelmässig Bussen wegen des Pyroeinsatzes seiner Anhänger berappen muss.

Kopfschütteln und Pfiffe

Während des Spiels und nach Abpfiff war der massive Pyroeinsatz im Espenblock Thema unter den 10'931 Fans im Kybunpark. Viele quittierten das Dauerzünden mit einem Kopfschütteln, teils gab es sogar Pfiffe, wenn wieder Fackeln gezündet wurden. Es gab allerdings auch Anhänger, welche die Pyroshow prächtig fanden.

Auch im Fanforum war die Pyroaktion ein Thema. «Ich war viele Jahre aktiv in der Fankurve, aber was sich heute so einige einbilden... Man hat völlig vergessen, was der eigentliche Sinn der Fankurve beziehungsweise des Espenblocks sein soll», schreibt beispielsweise User «Grünes Blut». Die Fans sollten das Team unterstützen, was leider oft nicht mehr passiere. Dafür sei es wichtig, sich selber zu feiern und zu glauben, man sei das Grösste und Wichtigste auf der Welt.

«Und wenn ich dann so dumme Aussagen lese wie jene, dank der Preiserhöhung sei die Pyrobusse bezahlt... Dümmer geht es fast nicht. Was Pyro und massive, leider wegen genau solcher Menschen nötige Polizeieinsätze kosten, geht auf keine Kuhhaut.»

Der User fragt sich weiter, weshalb die grosse Menge der «echten Fans» im Espenblock diese Minderheit schütze, statt mitzuhelfen, dass sie endlich entfernt werde.

«Gefühlt waren heute die Leute, die Pyros gezündet haben, in der Mehrheit», kontert User «Ostpol». Lob für die Choreographie kommt von «Graf Choinjcki»: «Geile Choreo, Gratulation an die Saint Brothers zum Jubiläum!», schreibt er.

Kritisch äussert sich hingegen Forumsbesucher «C Tribüne»: «Super-Choreo in der Kurve – bis die roten Overalls den Abend verbockt haben», schreibt er. Diese Personen schaden seiner Meinung nach der Mannschaft und lenken sie ab. Der User verweist zudem auf einen Vater, der auf der Gegentribüne in jenem Sektor gewesen sei, der direkt an den Espenblock angrenzt. Der Mann habe gesagt, dass er mit seinen Kindern das Heimspiel gegen Thun in einer Woche nun nicht besuchen werde.

User «Gordon» unterstützt den Pyroeinsatz zu Ehren eines Fanclubs überhaupt nicht. Dies, weil aus seiner Sicht die Mannschaft im Zentrum des Supports stehen sollte, anstatt dass sich die Anhänger selber abfeierten. Er sehe beim massiven Zünden vom Samstag aber «null Gefährdung» für Zuschauer ausserhalb des Espenblocks. «Beardman» pflichtet ihm bei:

«Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand, der in einem anderen Sektor sitzt, sagen kann, er gehe nicht mehr an ein Spiel wegen der Pyros. Die Zuschauer in den anderen Sektoren sind überhaupt nicht gefährdet.»

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Polizisten in Vollmontur beim Stadionausgang

Wie Fotos zeigen, markierten nach der Partie beim Ausgang des Espenblocks Stadtpolizisten in Vollmontur Präsenz:

(Bild: Johannes Wey)

(Bild: Johannes Wey)

Die Anhänger, die das Stadion verliessen, seien auch gefilmt worden, hiess es. Auf Anfrage erklärt Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei, dass die Polizei ihre Kräfte an dieser Stelle konzentrierte, da Vermummte während des Spiels massiv Pyro abgefeuert hatten: «Pyros oder ähnliche Gegenstände flogen aus dem Stadion bis auf die Zürcher Strasse, die Autobahn und ein Gebäude beim Gründenmoos. Das ist sehr gefährlich», hält er fest. In der Folge kam es zu einer kurzzeitigen Temporeduktion auf der Autobahn.

Roman Kohler, Sprecher Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Roman Kohler, Sprecher Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Zum Thema Filmen der Anhänger sagt Kohler, auch bei Fussballspielen werde Videomaterial angefertigt, das wenn nötig zur Sicherung von Beweisen beigezogen werden könne. «Das war auch hier der Fall. Es folgen nun seitens Polizei weitere Abklärungen, und dabei spielt sicher auch das Videomaterial eine Rolle», hält Kohler fest. Von Verletzten wegen der Pyroaktionen hat die Polizei keine Kenntnis, zu allfälligen Sachschäden sei noch nichts bekannt.

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