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Dschihadist aus Arbon baute Bomben für den IS - jetzt droht ihm die Todesstrafe

Ein in der Ostschweiz aufgewachsener Türke wurde im Irak zum Tod verurteilt. Der 24-Jährige diente der Terrormiliz IS als Bombenbauer.
Foto: Facebook

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Irakische Truppen haben bei der Rückeroberung von Gebieten unter Kontrolle des selbst ernannten «Islamischen Staates» (IS) einen Mann aus der Schweiz gefangen genommen. Das zeigen Recherchen von SRF und dem Tages-Anzeigers. Dabei handelt es sich um einen 24-jährigen Mann, der zuletzt in Arbon (TG) wohnhaft war. Er ist türkischer Staatsbürger, in der Schweiz zur Welt gekommen und hier aufgewachsen.

Die irakischen Behörden machen dem Mann nun vor einem Spezialgericht in Bagdad den Prozess. Das gehe aus einem arabischen Artikel hervor, schreibt SRF auf seiner Webseite. Darin wird der Mann aus Arbon mit dem Kampfnamen Obeida und einem türkischen Vornamen bezeichnet. In Arbon war Obeida offenbar Teil einer Gruppe von Dschihadisten. Nach einer Analyse des Tages-Anzeigers wurden vier Personen verdächtigt, aus dem Städtchen in den sogenannten Jihad gezogen zu sein, darunter Obeida. Einen der anderen Fälle machte 2015 die SRF-Rundschau publik. Zu diesem Mann unterhielt Obeida enge Beziehungen. Aus seinem Umfeld werde mehrfach bestätigt, die beiden seien Freunde gewesen und hätten zusammen eine als radikal geltende Moschee in Rorschach besucht.

Im Umgang mit Waffen geschult

Die irakischen Behörden zitierten im Artikel offenbar aus Vernehmungsprotokollen und bezeichnen ihn als IS-Mitglied. Der Mann aus der Schweiz sei in einem Ausbildungslager in Syrien im Umgang mit Waffen geschult worden. Danach, so habe er selber ausgesagt, sei er in den Irak geschickt worden, wo man ihn gefragt habe, über welche Ausbildung er verfügte. «Ich sagte, dass ich im Bereich Strom und Elektrizität arbeitete», so seine Aussage gemäss der irakischen Justiz. Darauf folgte sein brisantes Geständnis: «Für neun Monate baute ich die Schaltkreise für Sprengladungen.» Der Mann aus der Schweiz soll sich demnach als Bombenbauer des IS betätigt haben.

Recherchen von SRF und Tages-Anzeiger in seinem Umfeld ergaben, dass Obeida in der Schweiz lediglich die Volksschule abgeschlossen habe und es sich bei der Elektronik-Ausbildung um ein mehrmonatiges Praktikum in diesem Bereich handelte.

Bundesanwaltschaft hat Einreisesperre erlassen

Die Bundesanwaltschaft bestätigte gegenüber SRF, gegen diesen Mann in der Schweiz 2015 ein Strafverfahren eröffnet zu haben. Dies wegen des Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» und verwandter Organisationen, sowie wegen des Verdachts der Unterstützung bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Das Strafverfahren wurde im Dezember 2016 sistiert.

Das Bundesamt für Polizei Fedpol hat vorsorglich eine Einreisesperre gegen den Mann erlassen, wie Fedpol-Sprecherin Catherine Maret gegenüber SRF bestätigte.

«Es droht die Todesstrafe»

Terrorismusexperte Guido Steinberg sagte im Interview mit SRF, der IS habe ständigen Mangel an Fachpersonal. Er hält es für glaubhaft, dass der Mann aus der Schweiz tatsächlich in Bomben-Fabriken des IS tätig gewesen sei. Zum Video.

Der Mann aus Arbon verfügte in der Schweiz über eine Niederlassungsbewilligung C, nicht aber die Staatsbürgerschaft. Aus diesem Grund leistet das Aussendepartement keinen konsularischen Schutz. Offenbar wurde das türkische Aussenministerium eingeschaltet. Ein lokaler Anwalt scheint daran zu arbeiten, die Vollstreckung eines Todesurteils abzuwenden.

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