Drogenhändler abgeblitzt

Entscheid Ein Drogendealer aus der Region ist laut Bundesgericht schuldig, 2,8 Kilogramm Heroin besessen zu haben.

Reinhold Meier
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Das Bundesgericht bestätigt eine vierjährige Haftstrafe der hiesigen Vorinstanzen gegen einen Drogendealer. Der Verurteilte selbst bestreitet jede Beteiligung am Drogenhandel, obwohl die Indizien und Beweise erdrückend sind. Schon im Oktober 2013 übermittelte das österreichische Bundeskriminalamt der St. Galler Kantonspolizei umfassende Erkenntnisse zu dem grenzüberschreitenden Heroinhandel des Beschuldigten. Eine Hausdurchsuchung liess die Ermittler rasch fündig werden. Auf dem Kleiderschrank fanden sie 2,8 Kilogramm Heroin. Untersuchungen wiesen darauf hin, dass er zuvor insgesamt drei Kilogramm der Substanz erworben und bereits gut 100 Gramm verkauft hatte. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte ihn daher zu einer vierjährigen Haftstrafe. Zehn Monate später hob das Kantonsgericht das Urteil mit Blick auf den Vorwurf des Drogenverkaufs zwar auf, sprach den Mann aber erneut schuldig. Dies, weil er eben jene 2,8 Kilogramm Heroin gelagert und besessen hatte. Dafür verurteilte es ihn erneut zu vier Jahren Haft.

DNA-Spur vom Aufräumen?

Der Dealer war gleich weit wie zuvor. Deshalb rekurrierte er ans Bundesgericht. Im Wesentlichen sei sein rechtliches Gehör und die Unschuldsvermutung verletzt worden, begründete er seinen Rekurs. Auch sei der Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» missachtet worden. Zudem behauptete er, die Drogen seien in Wahrheit von einem Kollegen auf den Kleiderschrank gebracht worden. Seine eigenen DNA-Spuren auf dem Corpus Delicti seien damit zu erklären, dass er beim Aufräumen mit den Päckchen in Berührung gekommen sei. Die Tatsache, dass Heroinspuren unter seinen Fingernägeln gefunden wurden, sei kein Gegenbeweis. Diese stammten von einem Handschlag mit dem Kollegen, erklärte er. Möglicherweise rührten sie aber auch von verunreinigten Banknoten, sagte er weiter. Beide Argumente hatte er schon in St. Gallen vorgebracht. Das Bundesgericht hält fest, dass die Vorinstanz guten Grund hatte, an diesen Voten zu zweifeln. Die Spuren unter den Fingernägeln seien nicht mit Banknoten und Handschlägen erklärbar.