Kommentar

Neuer St.Galler Anlauf für den nationalen Innovationspark: Diesmal muss es gelingen

Lieber spät als nie: Der Kanton St.Gallen bereitet eine dritte Bewerbung für den Schweizer Innovationspark vor. Von den durchzogenen Erfahrungen an anderen Standorten kann die Ostschweiz profitieren.  

Adrian Vögele
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Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz (Bild: Ralph Ribi)

Adrian Vögele, Redaktor Ostschweiz (Bild: Ralph Ribi)

Das Stichwort weckt ungute Erinnerungen. Im Innovationspark, dem grossen Bundesprojekt zur Verknüpfung von Forschung und Wirtschaft, ist die Ostschweiz nicht vertreten. St.Gallen und der Thurgau wollten beide einen Standort, beide sind gescheitert. Der Ärger unter Kantonspolitikern war gross – zu Recht. Vor allem dass ausgerechnet der Industriekanton St.Gallen auch beim zweiten Versuch keine überzeugende Bewerbung zustande brachte, war eine herbe Enttäuschung.

Das ist vier Jahre her, aus Ostschweizer Sicht schien das Thema so gut wie beerdigt. Nun aber könnte die Reanimation gelingen – passenderweise dank der Gesundheitstechnologie und entsprechender Kompetenzen rund um die Empa in St.Gallen. Dass der Kanton einen weiteren Versuch unternimmt, ist auf jeden Fall richtig. Das Volkswirtschaftsdepartement und die Gesprächspartner aus Industrie und Forschung sollten aus den früheren Anläufen genügend Lehren gezogen haben, um diesmal erfolgreich zu sein.

Der Kanton St.Gallen ist mit seinem dritten Versuch spät dran, aber nicht zu spät. Denn die Entwicklung der jetzigen fünf Standorte des Innovationsparks zeigt: Ein positiver Grundsatzentscheid ist noch keine Garantie für eine prosperierende Innovationszelle. Im aargauischen Villigen verzögert sich der Innovationspark wegen fehlender Investoren, in Dübendorf gibt es Einsprachen und rechtliche Probleme. St.Gallen hat nun die Chance, aus diesen Schwierigkeiten zu lernen und ein wasserdichtes Bewerbungsdossier zu zimmern. Von einem St.Galler Standort im Innovationsnetzwerk profitiert die ganze Ostschweiz – schliesslich macht die Wirtschaft nicht an den Kantonsgrenzen halt.