Dreijähriger Bub zu Tode geprügelt - Mann vor Gericht

FELDKIRCH. Am 30. März wird in Feldkirch einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Vorarlbergs verhandelt. Ein 27-jähriger Mann muss sich wegen Mordes verantworten: Er soll im Januar 2011 den dreijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin zu Tode geprügelt haben.

Drucken
Teilen

Der Angeklagte hat die Schläge gestanden, weist aber jegliche Tötungsabsicht von sich. Er gab bei den Einvernahmen zu, den Knaben vor dessen Tod mit der Hand und mit einem Besenstiel aus Aluminium verprügelt zu haben. Offenbar hatte der Dreijährige sich trotz eines Verbots ein Joghurt aus dem Kühlschrank geholt.

Am Tag danach habe er den kleinen Knaben wegen einer Kleinigkeit auf ähnliche Weise traktiert - anschliessend sei der Dreijährige zusammengebrochen. Der wegen Gewaltdelikten polizeibekannte Angeklagte rief die Polizei und flüchtete in die Schweiz. Die Mutter des Opfers war zur Tatzeit bei der Arbeit.

In Ausserrhoden verhaftet
Am 11. Januar verhaftete die Polizei den Angeklagten in Appenzell Ausserrhoden. Er wurde nach Österreich ausgeliefert und sitzt seither in Feldkirch in Untersuchungshaft.

Als das Schicksal des Dreijährigen bekanntwurde, ging eine Welle des Entsetzens und der Empörung durch Österreich. Bei einer Mahnwache am Bregenzer Hafen entzündeten mehrere hundert Trauernde ein Lichtermeer. Rund zwei Wochen später demonstrierten entrüstete Bürger vor dem Landesgericht in Feldkirch und forderten eine lebenslange Haftstrafe.

Der Pflichtverteidiger des Angeklagten ist überzeugt, dass es sich bei der Tat nicht um Mord handelt. Mit seinen Einsprüchen während des Ermittlungsverfahrens hatte der Verteidiger aber ebenso wenig Erfolg wie mit seinem Antrag auf Verlegung des Prozesses in ein anderes Bundesland.

Durch die Berichterstattung der Medien sei die Unschuldsvermutung mit Füssen getreten worden. Der Prozess in Feldkirch wird unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Verfahren gegen Mutter
Gegen die Mutter des Buben wurde ein Verfahren wegen einer möglichen Vernachlässigung ihrer Fürsorge- und Obhutspflichten eingeleitet. In ihrem Fall hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch über eine Anklageerhebung noch nicht entschieden. (sda)