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Dreifaltigkeit am Säntis

Der Säntis ist nicht nur ein regionales Wahrzeichen, sondern auch der Schnittpunkt dreier Kantonsgrenzen. Die Grenzziehung war in der Vergangenheit oft Anlass zu Streitigkeiten. Wem gehört nun was auf dem Jubiläumsberg?
Thomas Ammann
Bild: thomas ammann

Bild: thomas ammann

«An der Spitze läuft alles zusammen.» Diese Redewendung gilt am Säntis nicht nur für den Berg selbst. Auf dem Gipfel des Berges stossen die Kantonsgrenzen von Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen zusammen. Die Spitze des Säntis ist jedoch erst seit 1895 und nach einem Bundesgerichtsurteil der «Dreiländerstein».

Vom Girenspitz zum Säntisgipfel

Im 19.

Jahrhundert definierten Kartografen Kantonsgrenzen in den Bergen aufgrund «natürlicher» Linien, sprich Bergkämmen, Wasserscheiden oder Gipfelverbindungen. Die drei Kantone stiessen demnach am Girenspitz aneinander. Die Verbindung zwischen Girenspitz und Säntis sei damit die Kantonsgrenze zwischen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden. Somit wäre Ausserrhoden von der Teilhaberschaft am Säntisgipfel ausgeschlossen gewesen.

Appenzell Ausserrhoden akzeptierte diese Grenzziehung jedoch nicht. Vor dem Bundesgericht argumentierte der spätere Bundesrat Ludwig Forrer aufgrund alter Karten und Dokumente, der Säntis habe in der Geschichte seit jeher als Dreiländerstein gegolten. Das Gericht gab Forrer recht und definierte: «Der Säntisgipfel bleibt ein Dreiländerpunkt.»

Die Grenze durchs…

Dieses Urteil kam auch 1951 zum Tragen.

Der neuerrichtete Gebäudekomplex auf dem Säntis, welcher sowohl die Bergstation der Schwägalp-Bahn als auch das Bergrestaurant beinhaltete, stand mitten auf der Kantonsgrenze zwischen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. Am 10. Dezember stimmte der Regierungsrat von Ausserrhoden der Grenzziehung mitten durch das Gebäude zu. Auch St. Gallen erhob keine Einwände. Somit fiel den Appenzellern die Bergstation zu, den St. Gallern der Maschinenraum und das Bergrestaurant.

«Die Grenze war vor allem wichtig, um die polizeilichen Zuständigkeiten zu klären», erzählt Peter Witschi vom Landesarchiv Appenzell Ausserrhoden. Warum jedoch nicht die gesamte Anlage an einen Kanton ging, weiss er nicht genau. «Wegen der Streitigkeiten im 19. Jahrhundert wollte wohl keiner nachgeben.»

…und hinter dem Haus

Heute sind die Streitigkeiten um die Kantonsgrenzen im Alpstein beigelegt. Bezeichnend hierfür ist das Berggasthaus Rotsteinpass auf dem gleichnamigen Bergübergang.

Die Kantonsgrenze zwischen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden verläuft direkt hinter dem Haus. «Als mein Grossvater 1935 von Appenzell die Konzession und die Baugenehmigung erhielt, zeichnete er auf eine 1:50 000-Karte mit Filzstift eine Grenze. In der Realität entspräche die Linie einem etwa 5 Meter breiten Korridor, wo die Kantonsgrenze sein könnte», erzählt Wirt Albert Wyss. «Das Restaurant steht auf Innerrhoder, aber der Generator zum Beispiel auf St. Galler Boden.»

Probleme mit den Verwaltungen der beiden Kantone habe er keine. «Wenn man es genau nehmen würde, stünde vielleicht der eine oder andere Liegestuhl im anderen Kanton. Und wenn ich aus dem Küchenfenster Wasser ausschütten würde, leerte ich es womöglich in den Kanton St. Gallen.»

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