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Dreieinhalb Jahre Haft für Millionenbetrüger

Urteil Der Luzerner alt Grossrat, der seit Anfang Woche vor dem Berner Wirtschaftsstrafgericht stand, ist gestern zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er hat sich des gewerbsmässigen Betrugs, der Urkundenfälschung sowie des Fahrens ohne Berechtigung schuldig gemacht. Zudem muss er den Geschädigten das erschlichene Geld zurückzahlen sowie die Verfahrenskosten von rund 30000 Franken tragen.

Insgesamt erachtet das Gericht in 28 Fällen den vollendeten oder versuchten gewerbsmässigen Betrug als erwiesen an. Der 53-Jährige hat sich so 1,56 Millionen Franken erschlichen. Geschädigte sind vor allem Personen aus seinem erweiterten Umfeld sowie Personen aus dem Kanton Thurgau, wo der Mann heute lebt und bis zum Juni einen Reithof betrieben hatte.

Gesellschaftliche Stellung ausgenutzt

Die Gerichtspräsidentin führte in ihrer Urteilsbegründung aus, das entscheidende Tatbestandsmerkmal der arglistigen Täuschung sei erfüllt. «Der Beschuldigte hat sich gezielt Menschen ausgesucht, die ihn kennen und ihm vertrauen.» Dabei hat der Mann seine einstige gesellschaftliche Stellung als in der ­Region bekannter Politiker und Gantrufer ausgenutzt. Zudem hat er den Personen, die er um Darlehen fragte, jeweils gefälschte Dokumente vorgelegt, die aufzeigen sollten, dass er Geld aus einer Erbschaft oder aus Entschädigungsrechten für den Abbau von Kies zu erwarten habe. Auch vor Gericht behauptete der Angeklagte, dass er noch Geld aus dem Kiesabbau zugute habe. Dem widersprach die Gerichtspräsidentin. Der Angeklagte könne sich nicht «seine eigene Wahrheit zusammenstiefeln». Entsprechende Dokumente konnte der Angeklagte nicht vorlegen.

Erschwerend komme hinzu, dass der Beschuldigte unbelehrbar sei. Er habe trotz laufendem Verfahren immer wieder neue Darlehen aufgenommen, als wäre nichts passiert, so die Richterin. «Das Urteil soll Ihnen zeigen, dass es so nicht geht», sagte sie in Richtung des Angeklagten. (dlw)

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