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Drei Kantone spannen zusammen

Die Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen der Appenzeller Bahnen hat eine weitere Hürde genommen. Die Regierungen der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Innerrhoden und St. Gallen haben sich über die Finanzierung geeinigt.
Odilia Hiller
Durch den Berg: Südportal des geplanten Ruckhalde-Tunnels der Appenzeller Bahnen im St. Galler Riethüsli-Quartier. (Bild: Visualisierung: pd)

Durch den Berg: Südportal des geplanten Ruckhalde-Tunnels der Appenzeller Bahnen im St. Galler Riethüsli-Quartier. (Bild: Visualisierung: pd)

Eine ganze Batterie aus Regierungsräten und einer Stadträtin hat gestern im Historischen Saal des St. Galler Hauptbahnhofs «Historisches» bekanntgegeben. Der Finanzierungsplan für den umfassenden Um- und Ausbau der Appenzeller Bahnen steht. Der Bund und die Kantone Ausserrhoden, Innerrhoden sowie St. Gallen haben sich auf einen ausgeklügelten Finanzierungsschlüssel geeinigt (siehe Grafik). Damit läuten sie eine entscheidende Etappe der Realisierung des Projekts Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen ein: den politischen Prozess der Finanzierung in den Kantonen.

Spatenstich im Herbst 2014?

Erst wenn die zuständigen politischen Instanzen der drei beteiligten Kantone grünes Licht geben, kann das 90-Millionen-Projekt umgesetzt werden. Frühester Spatenstich wäre dann im Herbst 2014 – mit dem Ziel, die neue Strecke auf den Fahrplanwechsel im Jahr 2016 in Betrieb zu nehmen.

So weit ist es jedoch noch nicht. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die drei beteiligten Kantonsparlamente bis im Herbst 2012 ihre Beschlüsse über die Finanzierung fassen. Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist für den Beitrag von knapp sieben Millionen Franken zudem ein Landsgemeindebeschluss nötig. Dieser wird voraussichtlich im April 2013 gefasst. Der Entscheid des St. Galler Kantonsrats über rund 16,3 Millionen Franken kommt nicht vors Volk, unterliegt aber dem fakultativen Referendum. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wird der Kantonsrat aufgrund einer Spezialgesetzgebung abschliessend über den stolzen Beitrag von 26,2 Millionen Franken entscheiden. Den Löwenanteil der Neukonzeption der Strecke trägt mit 45 Prozent jedoch der Bund. Die Gelder flössen aus dem Agglomerationsprogramm des Infrastrukturfonds.

Die Vertreter der Regierungen – Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl für Appenzell Ausserrhoden, Landammann Daniel Fässler für Innerrhoden, Regierungsrat Benedikt Würth für den Kanton St. Gallen sowie die St. Galler Stadträtin Elisabeth Beéry – bekräftigen, dass es sich bei dem Projekt um einen «Meilenstein» beziehungsweise «Quantensprung» in der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Region Ostschweiz handle. Nicht zuletzt werde die Anbindung regionaler Zentren an den Fernverkehr optimiert, was eine «Attraktivitätssteigerung für die ganze Region» zur Folge habe. «Der volkswirtschaftliche Nutzen für Ausserrhoden wird bei weitem die getätigten Investitionen überschreiten», sagt Marianne Koller, die auch als Präsidentin des Strategieausschusses der Durchmesserlinie amtet.

Da die Frequenzen auf den Strecken zwischen Appenzell, St. Gallen und Trogen «gemäss allen Prognosen» bis ins Jahr 2020 nochmals um bis zu 50 Prozent steigen dürften, sei es notwendig, dass die Appenzeller Bahnen effizienter fahren und mehr Züge führen könnten, sagt Jörg Schoch, Verwaltungsratspräsident der Appenzeller Bahnen AG. Erklärtes Ziel der Durchmesserlinie ist deshalb ein Übergang zum Viertelstundentakt. Indem die langen Wartezeiten der Appenzeller beziehungsweise Trogener Bahn am Hauptbahnhof St. Gallen wegfielen, würden höhere Frequenzen auf der Strecke erst ermöglicht.

Abschied vom Zahnrad

Abschiednehmen hiesse es auch von der Zahnradstrecke an der St. Galler Ruckhalde. «Rollmaterial und Unterhalt des Zahnradbetriebs sind heute schlicht zu teuer», sagt Schoch. Eine Verkürzung der Fahrzeit zwischen St. Gallen und Appenzell sei nur mit dem Bau eines Tunnels möglich. Dieser verschlingt gemäss Finanzierungsplan rund 40 Millionen Franken, also knapp die Hälfte des Gesamtbetrages.

Nächster Schritt im Projektverlauf ist die Neuauflage des Teilprojekts Ruckhalde im November. Nach heftiger Opposition aus dem St. Galler Riethüsli-Quartier gegen das ursprüngliche Projekt wurde mit der neuen Linienführung über die Riethüsli- anstatt über die Teufener Strasse eine einvernehmliche Lösung gefunden.

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