Drehstart für Lehrer-Drama

ST. GALLEN. Heute beginnen in St.Gallen die Aufnahmen für den TV-Film «Der Verdacht» von Sabine Boss. In dem Drama um einen Kantilehrer unter Missbrauchsverdacht spielen einige Ostschweizer mit.

Marcel Elsener
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Dreharbeiten zum Film «Das Fräuleinwunder» im Areal des Altersheims Sömmerli in St.Gallen im August 2008: Mona Petri (Mitte) und Regisseurin Sabine Boss sind auch im Lehrer-Film wieder dabei. (Bild: Keystone/Symbol)

Dreharbeiten zum Film «Das Fräuleinwunder» im Areal des Altersheims Sömmerli in St.Gallen im August 2008: Mona Petri (Mitte) und Regisseurin Sabine Boss sind auch im Lehrer-Film wieder dabei. (Bild: Keystone/Symbol)

Zwei Jahre nach «Akte Grüninger» dient die Stadt St.Gallen erneut als Schauplatz für einen ambitionierten (sonntag-)abendfüllenden Schweizer TV-Spielfilm. Regisseurin Sabine Boss, für «Der Goalie bin ig» unlängst mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet, dreht in den nächsten Wochen in der Gallusstadt (bis 7.12.) sowie in Zürich das Drama «Der Verdacht».

Suspekter Zeichnungslehrer

Im Mittelpunkt steht ein 45jähriger Gymnasiallehrer, dem Missbrauch von Schülerinnen vorgeworfen wird. Kurz vor einer Vernissage wird er von einer jungen Staatsanwältin verhaftet. Dass der unkonventionelle Künstler und Zeichnungslehrer einen «eigenwilligen» Unterricht mit «expliziten Kunst-Exkursen» pflegt, macht seine Lage «noch verfänglicher», wie es im Beschrieb der beiden Produzenten Dschoint Ventschr und Schweizer Fernsehen SRF heisst.

Grubers Frau Eva, eine Kulturjournalistin, sieht ihren Mann als Opfer eines Justizirrtums und die mediale und soziale Hetze gegen ihn «als Resultat eines übersensibilisierten, heuchlerischen Umgangs der Gesellschaft mit dem Thema Sexualität». Bei ihren Recherchen muss sie jedoch erkennen, dass ihr Gatte «ihr gegenüber nicht immer ganz ehrlich war» – worauf sie selber zunehmend Zweifel hat.

Mit Schefer und Schäfer

Für das Drehbuch zeichnen Urs Bühler, der bereits mehrere «Tatort»-Folgen geschrieben hat, sowie Daniel von Aarburg, dessen Dokumentarfilm über Carl Lutz soeben in den Kinos anlief, verantwortlich. Angeführt wird die Besetzung von Imanuel Humm und Mona Petri als Grubers; in weiteren Rollen sind etwa Andreas Matti, Markus Graf, Brigitte Beyeler und Alexander Seibt zu sehen. Auch etliche Ostschweizer Namen sind auf der Liste, beispielsweise die Appenzellerin Doris Schefer (als Staatsanwältin), Marcus Schäfer vom St. Galler Theaterensemble, die St. Gallerin Eva Maron oder die Wilerin Bigna Körner Keller.

Schauplätze sind unter anderen die Kantonsschule am Burggraben (die im Film allerdings «Kanti Riethüsli» heissen soll), Gerichtsräume und das Kulturlokal Kugl. St. Gallen sei als «unverbrauchter» Drehort und damit Alternative zu Zürich, Luzern (Tatort) oder Basel (Hunkeler) gewählt worden, heisst es seitens der Produzenten, aber die Story sei nicht ortsspezifisch. Für die Dreharbeiten werden noch Statisten gesucht. Wer Filmluft schnuppern will, soll sich mit Name, Wohnort, Alter und Foto unter folgender Adresse melden: extras.verdacht@gmail.com.