«Müssen doch mal raus an die Sonne»: Weshalb Ostschweizer am See oder im Alpstein flanierten statt im Hausarrest waren +++ 120 Ordnungsbussen allein in St.Gallen +++ 250 Polizeieinsätze in der Ostschweiz

Dem Lockruf der Sonne trotzen oder das Frühlingsfeuerwerk draussen geniessen? Viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer konnten nicht widerstehen.

Noemi Heule, Raphael Rohner, Ida Sandl
Drucken
Die Polizei markiert Präsenz an der Rorschacher Seepromenade.

Die Polizei markiert Präsenz an der Rorschacher Seepromenade.

Bild: Ralph Ribi

Dieses Wochenende sei ein Testlauf für Ostern, tönte der Bundesrat am Samstag implizit an. Bund und Kantone ermahnten ihre Bürger, doch bitte den Lockrufen der Sonne zu widerstehen und trotz Frühlingsfeuerwerk drinnen zu bleiben. «Wir müssen jetzt stark sein. Das gute Wetter kommt», sagte Bundesrat Alain Berset am Samstag. Der Kanton St.Gallen bedankte sich derweil bereits im Voraus bei seinen Bürgern für die Rücksichtnahme, während der Aufruf «Stay the fuck home» auf Social Media weniger höflich formuliert war.

Einzelne Hotspots zeigen: Viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer blieben tatsächlich stark, Temperaturen von 17 Grad und strahlender Frühlingssonne zum Trotz. Andere liessen sich einen Ausflug ans Wasser oder in die Berge nicht nehmen.

Die Kantonspolizei St.Gallen verzeichnete am Samstag und Sonntag über 150 Einsätze im Zusammenhang mit Corona. Mehrere Dutzend Meldungen von Privatpersonen gingen bei den Ordnungshütern ein. Diese betrafen Grillstellen, Schulhausplätze, Spielplätze oder Ufer von Gewässern, wie die Polizei mitteilt. Sanktionen seien aber nur in wenigen Fällen nötig gewesen. Unter anderem wurde ein Solarium geschlossen und ein Wirt verzeigt, weil er seine Gäste weiterhin verköstigte. Während die St.Galler Kantonspolizei bei den Bussen und Verzeigungen Milde walten liess, griffen die Kollegen der Stadtpolizei mit insgesamt 120 Ordnungsbussen rigoros durch.

Im Thurgau rückte die Polizei 100 mal aus. In beiden Appenzell waren es je eine Handvoll Einsätze, wobei die Kantonspolizei Innerrhoden zwar wenige Zuwiderhandlungen, dafür zahlreiche Alpsteintouristen registrierte.

In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
50 Bilder
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
Rorschach - Leute spazieren und geniessen das schöne Wetter trotz Coronavirus und der Empfehlung möglichst nicht das Haus zu verlassen.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.
Den Anweisungen des Bundes und des Kantons zum Trotz, gehen viele Leute wandern im Alpstein.
Den Anweisungen des Bundes und des Kantons zum Trotz, gehen viele Leute wandern im Alpstein.
Voller Parkplatz in Wasserauen. Den Anweisungen des Bundes und des Kantons zum Trotz, gehen viele Leute wandern im Alpstein.
Voller Parkplatz in Wasserauen. Den Anweisungen des Bundes und des Kantons zum Trotz, gehen viele Leute wandern im Alpstein.
Wandern trotz Coronakrise: In Brülisau starten viele Gruppen, trotz Anweisungen des Bundes, dass man zu Hause bleiben soll.
Wandern trotz Coronakrise: In Brülisau starten viele Gruppen, trotz Anweisungen des Bundes, dass man zu Hause bleiben soll.
Viele Töfffahrer sind trotz der Coronakrise auf der Schwägalp unterwegs.
Im Park in Kreuzlingen wird Soft Ice verkauft.
Im Park in Kreuzlingen wird Soft Ice verkauft.
Im Park in Kreuzlingen wird Soft Ice verkauft.
Eine Gruppe von Jugendlichen im Seeburgpark.
Der Kreuzlinger Grenzzaun bei der Kunstgrenze zu Konstanz.
Im Kreuzlinger Seeburgpark lockt das schöne Wetter.
Der Kreuzlinger Grenzzaun bei der Kunstgrenze zu Konstanz.
Eine Gruppe junger B-Boys in Kreuzlingen.
Eine Gruppe junger B-Boys in Kreuzlingen.
In Kreuzlingen lockt das schöne Wetter.
Security in Kreuzlingen. Nach der dritten Verwarnung kommt die Polizei und verteilt Bussen.
Im Stadt St.Galler Naherholungsgebiet «Drei Weiern» war viel los.
Im Stadt St.Galler Naherholungsgebiet «Drei Weiern» war viel los.
Im Stadt St.Galler Naherholungsgebiet «Drei Weiern» war viel los.
Im Stadt St.Galler Naherholungsgebiet «Drei Weiern» war viel los.
Im Stadt St.Galler Naherholungsgebiet «Drei Weiern» war viel los.

In Rorschach geniessen die Leute am Seeufer das schöne Wetter – trotz Coronavirus und der Empfehlung des Bundes, möglichst zu Hause zu bleiben.

Bild: Ralph Ribi

Viel Verkehr in Rorschach: Einzelne führen ihre Schosshunde,
viele ihre Sportwagen aus

Die Rorschacher Strandpromenade war am vergangenen Wochenende eine besonders beliebte Flaniermeile. An diesem Samstagnachmittag bleiben die Parkplätze beim Seerestaurant und Strandbad jedoch leer – gezwungenermassen. Um die Zahl der Sonnenhungrigen am Seeufer zu reduzieren, hat die Stadt Rorschach kurzerhand die beiden Parkplätze gesperrt. Stadtpräsident Röbi Raths machte zudem am Freitag sonnenklar, sollte diese Massnahme nicht ausreichen, werde das Seeufer abgeriegelt. Die Stadt Zürich nahm dieses harsche Mittel längst voraus und sperrte vor zwei Wochen Teile des Seebeckens ab.

Mit Mundschutz und Handschuhen: Zwei Spaziergänger an der Rorschacher Seepromenade.

Mit Mundschutz und Handschuhen: Zwei Spaziergänger an der Rorschacher Seepromenade.

Bild: Ralph Ribi

Die Drohung zeigt am Samstag Wirkung. Einzelne lassen sich das Flanieren am See zwar nicht nehmen, grosse Menschenansammlungen bleiben jedoch aus. Ein Liebespaar kuschelt sich auf einer Sitzbank zusammen, auf der Arion-Wiese spielen Mutter und Tochter Frisbee, einer führt Pfeife rauchend seinen Mops Gassi. Nur vor dem Glacéstand bildet sich eine Menschentraube.

Der Glacégluscht ist halt doch grösser als die Angst vor dem Virus.

Wer kann, scheint an diesem Nachmittag ohnehin auf Räder auszuweichen. Während die Passanten auf der Seepromenade Abstand halten, reihen sich parallel auf der Hauptstrasse die Autos dicht an dicht. Cabriolets mit geöffnetem Verdeck brausen vorbei, an der Kreuzung heulen die Motoren von tiefer gelegten Sportwagen auf, ein Oldtimer tuckert einer Karawane von Töfffahrern hinterher.


Schmusen verboten: Die Polizei greift bei den drei Weieren durch

Auch die Stadt St.Gallen befürchtete am Freitag unhaltbare Zustände in den städtischen Naherholungsgebieten und rief die Bevölkerung dazu auf, einen Bogen um beliebte Treffpunkte zu machen. Der Freitagabend gab diesen Ängsten Nahrung: Die Stadtpolizei verteilte über 50 Bussen an meist junge Nachtschwärmer, die in zu grossen Gruppen, mit zu wenig Abstand und uneinsichtig unterwegs waren.

Eine Polizeipatrouille in den Drei Weieren in St.Gallen.

Eine Polizeipatrouille in den Drei Weieren in St.Gallen.

Bild: Raphael Rohner

Am Samstag und Sonntag zeigen sich die Ausflügler einsichtiger. Nicht immer ganz freiwillig. Bei den drei Weieren ist stets eine Zweierpatrouille Stadtpolizisten unterwegs, welche die Abstandsregeln durchsetzt. Die Coronapolizei macht auch vor Liebespaaren nicht halt:

Händchen haltende Paare werden genauso auseinander gescheucht wie Gruppen von Jugendlichen, die es sich auf dem Steg mit einem Biervorrat gemütlich gemacht haben.

Die meisten rücken bereitwillig voneinander weg, weshalb die Stadtpolizei den Sonnenhungrigen ein gutes Zeugnis ausstellte.

Während besonders Wagemutige bereits die Badesaison einläuten, bevölkern Familien die Grillstellen rund um die Weiher und hinauf auf den Freudenberg. Mountainbikefahrer kreuzen sich auf den Waldwegen mit Spaziergängern und Bärlauchpflückern.

Ein ziemlicher Menschenauflauf über der Stadt St.Gallen.

Ein ziemlicher Menschenauflauf über der Stadt St.Gallen.

Bild: Raphael Rohner

Ferienfeeling in Kreuzlingen: Ein Stück Normalität vor dem
Softeis-Stand

Ein paar Unerschrockene haben schon das T-Shirt ausgezogen, liegen im Kreuzlinger Seeburgpark und lassen die Sonne auf den nackten Oberkörper brennen. Ein Frühlingswochenende, fast normal, sogar der Soft-Ice-Stand ist aufgebaut. Wären da nicht das gelbe Absperrband, das die Kunden auf Distanz halten soll, und der kleine Campingtisch mit Desinfektionsmitteln und Kosmetiktüchern, man könnte vergessen, dass sich die Welt im Ausnahmezustand befindet. Trotz Sonne, Bodensee und Ferienfeeling ist das Thema Corona allgegenwärtig. Ruth Spielhofer von der Martin Confiserie aus Leimbach zapft Vanilleeis mit Erdbeer aus Metallrohren. «Die Menschen freuen sich, dass ich da bin», sagt sie. Ein Stück Normalität in dieser verrückten Zeit. Auch Ältere kämen vorbei und manchmal habe sie den Eindruck als seien sie froh, mit jemanden ein paar Worte wechseln zu können.

Nicht alle halten im Kreuzlinger Seeburgpark den Abstand ein.

Nicht alle halten im Kreuzlinger Seeburgpark den Abstand ein.

Bild: Andrea Stalder

Es sind sehr viel weniger unterwegs als sonst an einem so perfekten Wochenende. Familien schieben Kinderwägen über Kieswege, Kinder spielen Fangis im Gras. Paare halten Händchen.

Die, die alleine sind, gehen vielleicht ein bisschen schneller als sonst.

Am Ufer sitzen vier Jugendliche auf Steinen. Nein, sie seien keine Pärchen, nur Kollegen aus Kreuzlingen und Weinfelden. Sie würden den Ausgang vermissen und Konstanz, sagen sie. Die Abstandsregeln halten sie für übertrieben. «Aber wir machen mit wegen der Älteren.» Sorgen macht ihnen die bevorstehende Lehrabschlussprüfung. Einen Teil des Stoffes müssten sie sich selber aneignen. «Das ist nicht einfach.»

Auf dem See patrouilliert das Boot der Seepolizei, am Uferweg zwei Securities von City Watch, ganz in Schwarz. «Bis jetzt ist alles gut.» Sie hätten noch keine Gruppe mit mehr als fünf Leuten angetroffen. Probleme gebe es eher abends mit Jugendlichen. Da habe es auch schon Bussen gegeben.

Auf einem Bänkli beim Tiergehege sitzen zwei ältere Damen, in der Hand eine Dose Coca Cola. Angst hätten sie nicht. «Ich bin jetzt 84», sagt die eine und zuckt mit den Schultern. Sie gehe jeden Tag raus, sonst werde sie verrückt. Halte aber Abstand und desinfiziere sich die Hände. Man müsse positiv denken: «Auch das geht vorbei.»


Eine Autokarawane von Wanderern will hoch in den Alpstein

Im Alpstein reihen sich unterdessen die parkierten Autos von Wanderern aneinander, als wäre es ein ganz normaler Tag im Frühling. Vor allem Autos mit auswärtigen Nummern oder aus dem Ausland stehen auf dem Parkplatz in Wasserauen. Zügig ziehen Familien und Gruppen Wanderinnen und Wanderer ihre Bergschuhe an und stiefeln los. «Wir gehen ja nur rasch zum Seealpsee rauf und dann schauen wir mal», sagt eine jüngere Wanderin aus dem Aargau.

Im Fünfminutentakt schreiten Grüppchen an den rot-gelben Warnschildern vorbei, auf dem steht: «Verzichten Sie auf Wanderungen im Alpstein!» und «Bringen Sie sich nicht in Gefahr und bleiben Sie zu Hause!» Zwei Touristen aus Polen stehen ratlos an der Kreuzung des Wanderwegs und fragen nach dem Weg zum Aescher. Sie sagen, dass sie den Trip schon lange gebucht hätten und es ihnen egal sei, wie der Weg aussehe, sie hätten Seile dabei.

Der Parkplatz in Wasserauen ist voll, wie an einem normalen Frühlingstag.

Der Parkplatz in Wasserauen ist voll, wie an einem normalen Frühlingstag.

Bild: Raphael Rohner

Eine Gruppe Frauen mit Wanderstöcken und Turnschuhen will hoch hinaus: «Wir wollen auf die Bogartenlücke, das geht schon», sagen sie, sichtlich genervt über die Frage, was sie sich dabei eigentlich dächten. «Ja ja, ist gut jetzt. Wir wissen, worauf Sie hinauswollen. Corona hier, Corona da. Wir passen schon auf, dass wir den Abstand einhalten», sagt die Frau und geht vor sich hin schimpfend davon in Richtung Seealpsee.

Auch mehrere Familien schreiten drauf los und wollen von den Warnhinweisen nichts wissen: «Was sollen wir denn machen? Zuhause ist es doch gleich gefährlich wie hier. Das bisschen Schnee und Eis geht schon. Wir müssen einfach mal raus», sagt ein Vater, der mit seiner Frau und den drei Kindern auf eine Wanderung aufbricht.

Eine Familie sucht eine Wanderroute während der Coronakrise.

Eine Familie sucht eine Wanderroute während der Coronakrise.

Bild: Raphael Rohner

In Brülisau ein ähnliches Bild: Nicht nur bei der Kastenbahn ist der Parkplatz voller Autos. Auch bei der Sigelbahn stehen viele Fahrzeuge. Gerade macht sich eine Gruppe junger Erwachsener bereit für eine Wanderung. Sie steigen aus ihren SUVs mit Zürcher Nummernschildern aus und tragen Trainerhosen und Sportschuhe. Einer macht Liegestützen vor den Autos und ein anderer erzählt von der geplanten Route: «Wir gehen jetzt zum Fälensee hinauf – das geht schon irgendwie – ich war im August auch da», sagt er stolz.

Auf sein ungeeignetes Schuhwerk und die Corona-Warnung von Bund und Kanton hingewiesen, reagiert der junge Mann zwar verunsichert, antwortet jedoch schnippisch: «Ja und jetzt? Wandern ist ja nicht verboten.» Während die Gruppe aus Zürich aufbricht, kommt ihnen ein Paar aus Appenzell mit Hund entgegen:

«Das ist verrückt, wie viele Leute da oben herumwandern.»
Wandern trotz Coronakrise: «Wir sehen da kein Problem», sagen Wanderer.

Wandern trotz Coronakrise: «Wir sehen da kein Problem», sagen Wanderer.

Bild: Raphael Rohner

Auch auf der Schwägalp reihen sich die Motorräder und Sportwagen aneinander – trotz Coronakrise. Ein Töfffahrer sieht darin kein Problem. Er steht in einem grossen Halbkreis mit seinen Kollegen zusammen:

«Wir sind ja immer allein auf dem Töff und halten den Mindestabstand ein. Man muss halt manchmal einfach raus.»

Auf der Passstrasse zeigt sich, wie sich die Leute an die Anordnungen des Bundes halten: Innert zehn Minuten fahren 48 Motorräder, vier Cabriolets und sechs Velorennfahrer die Passstrasse hinauf und hinunter.