Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Tausende bekommen Geld zurück, keine Mittagsmenüs verkauft: Der Strom in den Flumserbergen ist wieder da – aber viel Geld weg

Der doppelte Blackout vom Samstag in den Flumserbergen dürfte die Bergbahnen einige hunderttausend Franken gekostet haben. Als folgenschwer erwies sich insbesondere der Stromunterbruch am Mittag, als in den Restaurants die Menüs hätten serviert werden sollen.
Daniel Walt
Bei bitterer Kälte lange Zeit auf dem Sessellift steckenbleiben – das ist nicht das, was sich Wintersportler unter einem Traumtag vorstellen. Am Samstag ist dies in den Flumserbergen gleich zweimal passiert. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Bei bitterer Kälte lange Zeit auf dem Sessellift steckenbleiben – das ist nicht das, was sich Wintersportler unter einem Traumtag vorstellen. Am Samstag ist dies in den Flumserbergen gleich zweimal passiert. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Strahlender Sonnenschein, wunderbare Pistenverhältnisse, Tausende Gäste im Skigebiet – und dann das: Gleich zweimal fiel in den Flumserbergen am Samstag der Strom aus. Während jeweils rund einer Stunde ging auf den Bahnen beziehungsweise an den Skiliften gar nichts mehr.

Heinrich Michel, CEO der Bergbahnen Flumserberg. (Bild: Urs Bucher)

Heinrich Michel, CEO der Bergbahnen Flumserberg. (Bild: Urs Bucher)

Ist Heinrich Michel, CEO der Bergbahnen Flumserberg, auch am Montag, 48 Stunden später, noch in erhöhter Alarmbereitschaft? «Nein, überhaupt nicht», winkt er ab. Am Samstagabend reparierte das Elektrizitätswerk die defekte Hauptleitung. Seit jenem Zeitpunkt läuft der Betrieb in den Flumserbergen nicht mehr via Notstrom – und reibungslos.

Rätselraten über die Ursachen

Christoph Barbisch, Betriebsleiter des für die Stromversorgung des Skigebiets zuständigen Elektrizitätswerkes Murg, rätselte auch am Montag über die genauen Hintergründe der beiden Pannen. Fest steht: Für den ersten Ausfall am Vormittag war der Riss einer Freileitung verantwortlich – weshalb es zu diesem kam, ist nach wie vor offen. Barbisch sagt:

«Eine Fremdeinwirkung konnten wir nicht feststellen.»

Die Verantwortlichen wollen sich nun in der Branche umhören, ob ähnliche Fälle bekannt sind, aus denen man Lehren ziehen könnte.

Dass am Samstagmittag die Notstromversorgung dann auch noch ausstieg, war auf technisches Versagen zurückzuführen. Auch diesbezüglich laufen die detaillierteren Abklärungen noch, wie Barbisch sagt.

Desserts und Gasgrills statt Menüs

Rund 250 Angestellte arbeiten im Skigebiet Flumserberg. Alle, die am Samstag im Dienst waren, mussten die Folgen der beiden Strompannen in irgendeiner Art ausbaden. Heinrich Michel sagt:

«Es war mehr als happig für unsere Mitarbeiter.»

Als regelrechtes «Desaster» bezeichnet er beispielsweise die Situation in den diversen Gastrobetrieben im Skigebiet: Nach dem zweiten Stromausfall ging in den Restaurantküchen just um die Mittagszeit nichts mehr. «Man begann dann damit, Desserts an die Gäste abzugeben oder den einen oder anderen Gasgrill in Betrieb zu nehmen», so Heinrich Michel.

Kritische Stimmen, aber auch viel Zuspruch

«Kein Saft – kein Spass», «Null Organisation» und «Geld zurück!»-Forderungen: Einige Wintersportler, die am Samstag in den Flumserbergen waren, machten ihrem Ärger nach der zweiten Panne unverzüglich auf Facebook und Twitter Luft:

Zudem fanden insgesamt sechs Mails von besonders ungehaltenen Gästen den Weg bis zu Heinrich Michel. «Bei rund 10'000 Gästen, die wir am Samstag im Gebiet hatten, weiss ich diese paar heftigen Reaktionen einzuordnen», gibt sich Michel gelassen.

Grösstenteils waren die Rückmeldungen seinen Angaben zufolge von Verständnis und Wohlwollen geprägt – insbesondere durch die bereits am Samstagmittag kommunizierte Ankündigung der Bergbahnen, den Betroffenen 50 Prozent des Ticketpreises zurückzuerstatten. Eine St.Gallerin habe ihm geschrieben, eine solche Geste sei in teils anderen Skigebieten undenkbar, freut sich Michel.

Die Kassen in den Flumserbergen blieben am Samstag schliesslich bis 17.30 Uhr offen, damit den abreisenden Gästen die Hälfte des Preises ihrer Tageskarten ausbezahlt werden konnte. Es sei auch möglich, den entsprechenden Betrag gegen Vorlage des Tickets oder des Kassenbelegs nachträglich zurückzufordern, hält Heinrich Michel fest. Inhabern von Saisonkarten werden bei Reklamationen Konsumationsgutscheine von zehn Franken abgegeben.

Wer kommt für die Ausfälle auf?

Christoph Barbisch, Betriebsleiter EW Murg. (Bild: pd)

Christoph Barbisch, Betriebsleiter EW Murg. (Bild: pd)

Tausende Gäste, welche die Hälfte des Ticketpreises zurückerhalten, massive Ertragsausfälle in den Restaurants um die Mittagzeit: Alleine schon eine Milchbüchleinrechnung ergibt, dass den Bergbahnen Flumserberg nach dem vergangenen Samstag einige hunderttausend Franken in der Kasse fehlen dürften. Heinrich Michel mag sich öffentlich auf keinen Betrag festlegen. Er bezeichnet die Summe aber wahlweise als «substanziell» oder «sehr gross».

Inwieweit wird sich das Elektrizitätswerk Murg am finanziellen Schaden der Bergbahnen beteiligen? Dessen Betriebsleiter Christoph Barbisch antwortet:

«Wir haben gemeinsam eine erste Auslegeordnung gemacht.»

Das EW verfügt über eine Haftpflichtversicherung, die dann zum Zug kommt, wenn das Unternehmen grobfahrlässig Schäden verursacht. Das Problem: Bei technischen Problemen greifen solche Versicherungen normalerweise nicht.

Heinrich Michel seinerseits sagt, es sei erst in zweiter oder dritter Linie die Frage, ob das Elektrizitätswerk oder allenfalls die Bergbahnen eine Versicherung für solche Fälle hätten.

«Zunächst müssen wir schauen, wie wir solche Vorfälle künftig vermeiden.»

Und er erinnert an die langjährige Partnerschaft zwischen dem EW Murg und den Bergbahnen Flumserberg. Diese sollte es seiner Ansicht nach erlauben, den doppelten Stromausfall im gemeinsamen Gespräch zu einem guten Ende zu bringen – auch finanziell.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.