Diskussionsloses Ja zur IT-Bildungsoffensive im Kanton St.Gallen

Der Kanton St.Gallen kann eine IT-Bildungsoffensive zur Bekämpfung des Fachkräftemangels starten. Knapp 70 Prozent der St.Galler Stimmberechtigten bewilligten einen Kredit von 75 Millionen Franken für Projekte in allen Bildungsstufen.

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Von Kindergarten bis Uni-Abschluss: Die IT-Bildungsoffensive soll alle Stufen umfassen.  (Bild: Keystone)

Von Kindergarten bis Uni-Abschluss: Die IT-Bildungsoffensive soll alle Stufen umfassen.  (Bild: Keystone)

Der Beschluss des Kantonsrats für den Sonderkredit unterstand dem obligatorischen Finanzreferendum. Die Vorlage wurde mit 75'565 Stimmen zu 32'634 Gegenstimmen deutlich gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung betrug 34,76 Prozent.

Kanton St.Gallen: Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive

in Prozent
Ja
Nein
0255075100

Mit dem Geld werden während acht Jahren Projekte von der Volksschule über die Berufsbildung bis zu den Fachhochschulen und der Universität finanziert. Die Vorlage für eine IT-Bildungsoffensive war im St.Galler Kantonsrat unbestritten.

Ein Projekt aus dem Förderprogramm ist die geplante digitale Plattform Fit4Future in der Berufsbildung. Darauf sollen Lehrbetriebe, Berufsfachschulen und Branchenverbände besser zusammenarbeiten und etwa massgeschneiderte Ausbildungsprodukte erarbeiten. Weiter könnten dort auf die Digitalisierung abgestimmte «innovative Lernsettings» getestet werden.

Im Kanton St.Gallen fehlen vor allem hochqualifizierte Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen, sehr gut ausgebildete IT-Spezialisten sowie Fachkräfte im Bereich Elektrik und Elektronik.

Die Debatte über das digitale Klassenzimmer steht erst am Anfang

In der Öffentlichkeit ist die IT-Bildungsoffensive der St.Galler Regierung nahezu unbestritten. Einzig die Kleinpartei EDU und der Verein für eine Starke Volksschule St.Gallen mahnen zur Zurückhaltung. Junge Menschen sind allerdings zunehmend gestresst durch ihren privaten Mediengebrauch.
Michael Genova