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DISKUSSION: "Geschmacklos" oder "die Wahrheit"? Der "Asylparadies"-Fasnachtswagen provoziert

Die Fasnachtsgruppe Hülsnerbuben macht sich mit ihrem Umzugswagen über die Flüchtlingskrise lustig. Darf man das? Die Tagblatt-Leser diskutieren hitzig.
Linda Müntener
Die Hülsnerbuben Dietschwil zogen mit Wagen «Asylparadies Schweiz» durch Aadorf. (Bild: Andri Rostetter)

Die Hülsnerbuben Dietschwil zogen mit Wagen «Asylparadies Schweiz» durch Aadorf. (Bild: Andri Rostetter)

Eine Blache, darauf Boote und schwarze Hände, die im Meer versinken. Eine Tafel, auf der "gratis Handy" steht. Eine "Asylbar" in der "Einwanderungsbehörde". Der Fasnachtswagen der Hülsnerbuben Dietschwil zog am Sonntag unter dem Motto "Asylparadies Schweiz" durch Aadorf. Ein Fasnachtswagen, der sich über die Flüchtlingskrise lustig macht - geht das zu weit? Darüber sind sich die User in den sozialen Medien uneinig.

Es gehöre zur Fasnacht, das politische Geschehen auch einmal kontrovers anzugehen, schreibt eine Tagblatt-Kommentatorin. Es müsse nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" sein. Dass auf dem Wagen der Hülsnerbuben Ertrinkende zu sehen sind, sei aber "schlicht pietät- und geschmacklos". "Man würde auch zusammenzucken, wenn auf so einer Blache ein eben von einem Auto überfahrener Sterbender abgebildet wäre." Mehrere Facebook-User stossen sich ebenfalls an der Provokation. "Unmöglich" - "primitiv" - "traurig", so der Tenor. "Das ist ausländerfeindliche Hetze", schreibt eine Userin. "Satire kann zwar alles zum Thema machen, aber grundsätzlich soll sie ja irgendwie lustig sein."



Andere haben mit dem Satire-Verständnis der Hülsnerbuben kein Problem – im Gegenteil. Was auf dem Wagen stehe, sei "die Wahrheit", schreibt eine Facebook-Nutzerin. Sie erhält Zuspruch von Gleichgesinnten: Es sei bedenklich, dass man die "Wahrheit" in der Schweiz heutzutage nicht mehr sagen dürfe. Ein Tagblatt-Kommentator geht noch einen Schritt weiter und macht den Fasnächtlern gleich Vorschläge für den nächsten Umzug: "Reisebüro für den Heimaturlaub", "Hochzeits-Organisator in der Heimat" oder "Wohnungsvermittlung". Die Fasnacht dürfe das, "denn die Realität sieht ja noch viel verheerender aus".

Ob die Hülsnerbuben mit ihrem Fasnachtsagen weiterziehen dürfen, ist offen. Das Organisationskomitee des "Brandlöscher Fasnachtsgaudi" in Gähwil, wo die Hülsnerbuben am 10.Februar auftreten sollen, wird darüber noch entscheiden. Der Sponsor des umstrittenen Fasnachtswagens hat hingegen bereits angekündigt, seinen Banner zu entfernen.

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