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Kommentar

Jan Ullrich: Diesen Star holt niemand raus

Reporterin Ida Sandl zum tiefen Fall des ehemaligen Radprofis Jan Ullrich, der in Deutschland und im Thurgau mit dem Gesetz kämpft.
Ida Sandl
Ida Sandl, Redaktorin «Thurgauer Zeitung». (Bild: Reto Martin)

Ida Sandl, Redaktorin «Thurgauer Zeitung». (Bild: Reto Martin)

Wie tief kann er jetzt noch fallen? Jan Ullrich, der Junge aus dem Osten, der es geschafft hat. Der erste deutsche Tour-de-France-Sieger. Eine Lebensgeschichte wie aus dem Hollywood-Drehbuch. Einfache Verhältnisse, der Vater war kaum da. Sein erstes Rennen für SG Dynamo Rostock gewann Ullrich als Zehnjähriger auf einem geliehenen Velo und in Turnschuhen. Dann die grossen Siege. Er war der beliebteste deutsche Sportler. Damals hätte ihn jede Biowerbung gebucht, so frisch hat er ausgesehen. Vom Doping wusste die Welt noch nichts.

Es ist schwer, wenn man oben ist, die Erwartungen aber noch viel höher sind. Nicht jeder hat die mentale Stärke eines Bernhard Russi. Dass Jan Ullrich ein Problem mit Alkohol hat, ist spätestens seit seinem Unfall 2014 im thurgauischen Mattwil klar. Anzeichen dafür gab es früher schon. 2002 fuhr er in Freiburg im Breisgau einen Radständer um und machte sich aus dem Staub. Auch da hatte er getrunken.

Anfang 2017 zieht Ullrich mit Ehefrau Sara und den Söhnen nach Mallorca. Als Rettung für die Beziehung taugt der Umzug nicht. Frau und Kinder leben inzwischen in Deutschland. Seither geht es rasant bergab mit Ulle, und wieder schauen alle zu. Erst randaliert er beim Nachbarn Til Schweiger, dann der Exzess mit der Prostituierten in Frankfurt. Die Polizei weist ihn schliesslich in eine Psychiatrische Klinik ein. Der vorläufige Tiefpunkt einer Karriere, die nie geradlinig verlaufen ist. Ullrich ist zu wünschen, dass dies ein Wendepunkt ist. Damit er endlich begreift, dass dies das wichtigste Rennen seines Lebens ist und er es gewinnen muss. Ansonsten ist die nächste Station vielleicht das Dschungelcamp.

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