Kommentar
Diese Wahl ist gelaufen

Bei den Ersatzwahlen für den Ständerat hat Benedikt Würth vor FDP-Frau Susanne Vincenz-Stauffacher und SVP-Nationalrat Mike Egger am meisten Stimmen geholt. Das Resultat macht deutlich: Würth ist das einzige politische Schwergewicht in dieser Wahl. Sein Abstand zur Konkurrenz ist zwar unspektakulär, mit 12000 Stimmen aber solide.

Andri Rostetter
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Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Wenn die Ausgangslage so klar scheint wie vor diesem Wahlsonntag, ist die Nervosität meistens am grössten. In der CVP-Parteizentrale hatte man sich darauf vorbereitet, dass FDP-Kandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher am Ende des Tages an der Spitze liegt. Die FDP machte sich ihrerseits für das Szenario «SVP-Durchmarsch» bereit: SVP-Neonationalrat Mike Egger holt am meisten Stimmen, dahinter die grosse Unübersichtlichkeit.

Klar, möglich ist alles. Aber unrealistisch, wie das Wahlergebnis zeigt. Wer einen Ständeratssitz holen will, muss politisches Talent haben, etabliert sein und die Massen mobilisieren können. Und er braucht eine schlagkräftige Partei im Rücken. Das Resultat hat deshalb seine Logik: Zuvorderst der Etablierte, dahinter die ambitionierte Verfolgerin, dann die Nebendarsteller, zuhinterst die Chancenlosen.

Der FDP dürfte Kopfzerbrechen bereiten, dass ihre Kandidatin nicht deutlicher als zweite Siegerin vom Platz geht. Immerhin hat die Partei alles unternommen, um Susanne Vincenz-Stauffacher als logische Anwärterin auf den freien Sitz im Stöckli aufzubauen. Das kann nur heissen: Die FDP-Frau hat ihr Stimmenpotenzial bereits ausgeschöpft. Die SVP wird sich fragen, ob sie auf den richtigen Mann gesetzt hat. Bei den Wahlen 2015 kam die SVP auf knapp 36 Prozent Wähleranteil. Egger holte gestern nicht einmal 20 Prozent – ein erstaunlich schwaches Ergebnis für den ambitionierten Jungpolitiker.

Das Resultat macht deutlich: Benedikt Würth ist das einzige politische Schwergewicht in dieser Wahl. Sein Abstand zur Konkurrenz ist zwar unspektakulär, mit 12000 Stimmen aber solide. Auch wenn es bis zum 19. Mai noch zu leichten Verschiebungen kommen sollte: Würth wird diese Wahl gewinnen.