Serie

«Diese schwierige Zeit zeigt für mich einmal mehr, wie wichtig Solidarität ist»: SP-Regierungsratskandidatin Laura Bucher schreibt ihren bürgerlichen Konkurrenten

Das Tagblatt lanciert den E-Mail-Wahlkampf: In der ersten Folge richtet sich SP-Regierungsratskandidatin Laura Bucher an ihre Herausforderer Beat Tinner (FDP) und Michael Götte (SVP) – und wundert sich, dass die Bürgerlichen in der Coronakrise nach dem Staat rufen.

Drucken
Teilen
Laura Bucher, St.Galler SP-Regierungsratskandidatin.

Laura Bucher, St.Galler SP-Regierungsratskandidatin.

Bild: Michel Canonica

Betreff: Solidarität
Von: Laura Bucher
An: Beat Tinner; Michael Götte

Lieber Beat, lieber Michael

Dieser Wahlkampf ist historisch einzigartig, weil er in einer ausserordentlichen Situation stattfindet. Ich hoffe, es geht euch und euren Familien gut.

Auch inhaltlich passiert in diesen Tagen Ausserordentliches: Die Bürgerlichen rufen nach dem Staat! Er soll Unternehmen finanziell unterstützen. Unbestritten: Diese Massnahmen braucht es. Es ist aber interessant, dass es jetzt der Staat richten und die Unternehmen retten soll. Dabei erinnere ich mich noch gut an die Debatten der vergangenen Jahre. Egal in welchem Themenbereich: FDP und SVP betonen stets die Eigenverantwortung und lehnen jegliche staatliche Unterstützung ab. Unternehmen sollen sich nur minimal am Staatshaushalt beteiligen. Möglichst wenig Staat und tiefe Unternehmenssteuern waren das, was für euch primär zählte.

E-Mail-Wahlkampf

Die Coronakrise hat den öffentlichen Wahlkampf stark eingeschränkt. Deshalb lancieren wir eine E-Mail-Debatte unter den St.Galler Regierungsratskandidaten des zweiten Wahlgangs: Laura Bucher (SP), Beat Tinner (FDP) und Michael Götte (SVP).

Damals wie heute gilt für mich: Wir brauchen einen starken Staat, der da ist für die Wirtschaft, der aber vor allem da ist für die Menschen. Wir müssen jetzt an jene denken, die schon vor der Krise sehr wenig verdient, auf Abruf oder im Stundenlohn gearbeitet haben. Diese kommen mit den Corona-Entschädigungen nicht über die Runden, der gekürzte Lohn reicht jetzt nicht mehr zum Leben. Zahlreiche Selbständigerwerbende erzielen keine Einnahmen mehr und fallen durch alle Maschen. Wir müssen auch für diese Menschen Lösungen finden.

Unser aller Zusammenstehen in dieser schwierigen Zeit zeigt für mich einmal mehr, wie wichtig Solidarität ist. Ich wünsche mir, dass wir uns auch nach Corona auf diese Solidarität zurückbesinnen, wenn die bürgerlichen Politikerinnen und Politiker wieder das Motto «Gewinne privat – Verluste dem Staat» propagieren. Gemeinsam und solidarisch schaffen wir es als Kanton St.Gallen durch diese Krise – habe ich Recht?

Beste Grüsse und bleibt gesund!

Laura

Mehr zum Thema