Diebstähle in Spitälern

In den Ostschweizer Spitälern werden immer wieder Patienten bestohlen. Die Diebe gehen dabei dreist vor – sie verkleiden sich als Arzt oder räumen Nachttischkästchen vor den Augen der Patienten aus.

Nina Rudnicki
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Als Ärztin verkleidet hat eine 25jährige Frau Patienten beklaut. (Archivbild: ky)

Als Ärztin verkleidet hat eine 25jährige Frau Patienten beklaut. (Archivbild: ky)

ST. GALLEN. Das Kreisgericht St. Gallen hat gestern eine 25jährige Frau verurteilt, die mit sich mit einer Diebestour durch Wohnungen und Spitäler ihre Drogensucht finanziert hat. Teilweise streifte sie sich dabei einen Arztkittel über. Mancher Patient stellt jetzt die Frage, wie sicher die Spitäler in der Ostschweiz sind.

Henri Gantenbein, Leiter der Sicherheit der Spitäler Walenstadt, Grabs und Altstätten kann sich an einen besonders dreisten Fall in Grabs erinnern: «Der Patient sass in seinem Zimmer auf einem Stuhl, als eine ihm unbekannte Person durch die Tür hereinkam, an ihm vorbeilief und das Nachttischkästchen ausräumte.» Der Patient war überrumpelt, doch später konnte mit dessen Hilfe der Dieb, ein Drogensüchtiger, identifiziert und gestellt werden. Solche Vorfälle seien aber selten, sagt Gantenbein. In den drei Spitälern gebe es insgesamt höchstens vier bis fünf Fälle pro Jahr.

Die Situation in den kleineren Ostschweizer Spitälern ist also überschaubar. Doch wie sieht es in den grossen Kantonsspitälern im Thurgau und in St. Gallen aus? Über Zahlen will man hier nicht sprechen. Ganz in Schweigen hüllt sich das Kantonsspital Thurgau. Auch im Kantonsspital St. Gallen gibt man nur sehr zurückhaltend Auskunft: Nicht die Anzahl der Diebstähle soll im Vordergrund stehen, sondern die Massnahmen dagegen, sagt Angelika Heuberger, Medienbeauftragte des Kantonsspitals St. Gallen.

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