Diebesbande knackte Tresore im grossen Stil

Eine 35köpfige Bande soll im Kanton St. Gallen über 200 Einbrüche verübt und dabei diverse Tresore geknackt haben. Nach aufwendigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft jetzt gegen 13 Täter Anklage erhoben.

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st. gallen. Die mutmasslichen Einbrecher stammen zum grössten Teil aus dem Balkan. Ihnen werden über 200 Einbrüche vorgeworfen, bei denen eine Beute von insgesamt 1,4 Millionen Franken gemacht wurde. Die Ermittlungen der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft dauerten drei Jahre. «Dabei haben wir mit Polizeien aus mehreren Kantonen und mit internationalen Behörden zusammengearbeitet», sagt der St. Galler Untersuchungsrichter Carlo Frei.

Militärisch ausgebildet

Die Täter seien «hochprofessionell» vorgegangen. So erkundeten sie die Tatorte minutiös und waren zur Tatzeit mit mehreren Fahrzeugen unterwegs. Zudem waren sie darauf bedacht, keine Spuren zu hinterlassen: Kleider und Schuhe entsorgten sie nach der Tat. «Ausserdem trugen sie Handschuhe und Atemmasken, um keine DNA-Spuren zu verbreiten», sagt Frei. Er vermutet, dass einige der Täter eine militärische Ausbildung in ihrer Heimat absolvierten. Die Tresore haben die Täter abtransportiert und später aufgebrochen.

Einige aus der Bande haben zudem grosse Mengen Heroin und Kokain verdealt.

Die Familie half mit

Die Ermittlungen gegen die Bande erwiesen sich als schwierig, weil sie das soziale Netz ihrer in der Schweiz lebenden Familien und Freunde nutzte. Diese stellten ihnen Fahrzeuge und Unterkunft zur Verfügung und halfen, das Diebesgut einzulagern.

Von den 13 Haupttätern sind acht inhaftiert, einer befindet sich auf der Flucht. Wann es zum Prozess kommt, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft beantragt knapp 10jährige Freiheitsstrafen für die Täter. (upz/sda)

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