«Die Ziegen wurden vergiftet»

Anfang Woche sind in Zihlschlacht vier Zwergziegen gestorben. Die Besitzer gehen von einer Vergiftung aus, die nicht durch Pflanzen verursacht wurde.

Katharina Brenner
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Die zwei toten Zwergziegen. (Bild: pd)

Die zwei toten Zwergziegen. (Bild: pd)

ZIHLSCHLACHT. Am Sonntagmittag hört die Familie Schafroth aus Zihlschlacht draussen ein spezielles Meckern. Auf der Wiese vor dem Haus, die an das Schulhaus grenzt, hält sie vier Zwergziegen. Die Mutter geht hinaus, um nach den Tieren zu sehen: «Sie torkelten, als wären sie betrunken», sagt Schafroth. Sie ruft eine Tierärztin: Die Verdauung der Tiere funktioniert nicht mehr und ihr Hirn ist gelähmt. Die Ärztin gibt den Ziegen ein Antibiotikum und sagt, dass zwei der vier überleben könnten. Die erste stirbt einen halben Tag später, die zweite am Dienstagmorgen.

«Ganz klar eine Vergiftung»

Bald habe sich abgezeichnet, dass es auch die zwei anderen nicht schaffen würden, sagt Schafroth. Am Dienstagnachmittag wurden sie eingeschläfert. Die Ziegen waren erst zwei Jahre alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere liegt bei 15 Jahren.

«Die Tiere sind vergiftet worden», sagt Schafroth. Und zwar nicht durch Pflanzen, das habe der Befund der Ärztin eindeutig ergeben. Pestizide hätte es auf der Wiese nicht gegeben. «Ziegen sind Pflanzenfresser, sie benötigen karges Futter», sagt Andreas Schmidt, Tierarzt in Sirnach. Brot bekomme den Zwergziegen gar nicht. 250 Gramm reichten aus, um eine Zwergziege zu töten, sagt Schmidt.

Tiere waren beliebt

An Brot können die Zwergziegen laut den Schafroths nicht gestorben sein. Die Familie geht von einer gezielten Vergiftung aus und hat eine Strafanzeige eingereicht. Wer dahinter stecken könnte, wissen sie nicht. In der Pause hätten die Schulkinder die Ziegen gestreichelt, im Dorf seien sie beliebt gewesen. «Ich kann mir nicht vorstellen, wer etwas gegen die Tiere gehabt haben könnte», sagt Schafroth.