Die Welt ist ihr Zuhause

«Am Anfang eines Projektes sollte eine zündende Idee stehen», sagt Claudia Doron-Zahner. Sie weiss, wovon sie redet.

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Claudia Doron-Zahner wohnt zwar in Buchs – zu Hause fühlt sie sich aber auf der ganzen Welt. (Bild: Tina Ehrenzeller)

Claudia Doron-Zahner wohnt zwar in Buchs – zu Hause fühlt sie sich aber auf der ganzen Welt. (Bild: Tina Ehrenzeller)

«Am Anfang eines Projektes sollte eine zündende Idee stehen», sagt Claudia Doron-Zahner. Sie weiss, wovon sie redet. Die gebürtige Teufnerin hat in ihrem bewegten Leben schon einige Projekte realisiert – von der Idee bis zur konkreten Umsetzung, von der eigenen Firma bis hin zum internationalen Hilfswerk.

Eines ihrer Projekte ist die internationale Plattform «Roots Werdenberg». Damit hat sie im Wettbewerb um den St. Galler Integrationspreis «Goldener Enzian» den dritten Platz erreicht.

Die Jury hielt fest, dass «Roots Werdenberg» das einzige unter den 27 eingereichten Projekten sei, das sich mit der sogenannten neuen Migration, mit der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte, auseinandersetze.

An die Region heranführen

«Mit <Roots> möchte ich neu zugewanderte Fachkräfte und vor allem auch deren Familien an der Hand nehmen, sie an das Leben in der Region heranführen und sie vernetzen», erläutert Claudia Doron-Zahner.

Dafür organisiert sie regelmässig Anlässe für internationale Neuzuzüger; das Angebot reicht von Volleyballturnieren über Kochkurse bis hin zu gemeinsamen Brunchs. «Für Firmen ist es von zentraler Bedeutung, dass nicht nur ihre internationalen Angestellten, sondern auch deren Familien sich hier wohlfühlen. Schliesslich wollen sie die Arbeitnehmer längerfristig in der Region behalten», sagt Doron-Zahner. Seit der Lancierung des Projektes im Jahr 2008 wird das Angebot denn auch rege genutzt.

Doron-Zahner hat schon Menschen aus über dreissig Nationen beim Einstieg ins neue Leben unterstützt.

Wie sehr Zugewanderte auf Unterstützung angewiesen sind, weiss Claudia Doron-Zahner aus eigener Erfahrung. Sie ist zwar in Teufen aufgewachsen und fühlt sich mit der Ostschweiz sehr verbunden. Dennoch hat sie ihr unbändiger Tatendrang schon in viele Ecken dieser Welt geführt.

Ihr Lebenslauf gleicht eher der Verwirklichung des amerikanischen Traums als der Geschichte eines Appenzeller Mädchens. So kehrte sie nach der Lehre als Schriftsetzerin der Schweiz den Rücken, um die Welt als Flight Attendant zu erkunden. Dass sie sich danach für ein Hotelmanagement-Studium einschrieb, war die Konsequenz ihrer Begeisterung für das internationale Umfeld.

Von Teufen nach New York

Mit dem Abschluss in der Tasche machte sie sich 1995 auf, um im New Yorker Luxushotel Waldorf-Astoria und im Hyatt Regency Hotel am Toten Meer Personal auszubilden. In der Ferne lernte sie nicht nur die hebräische Sprache, sondern auch ihren heutigen Mann kennen, den Sohn eines UNO-Botschafters.

Eine Berufung gefunden

Dabei liess sie es jedoch nicht bewenden: Sie war 2004 Projektleiterin des «House of Switzerland» an den Olympischen Spielen

in Athen, dozierte Hotelmanagement am renommierten César Ritz College in Bouveret am Genfersee, hat 2006 ihre eigene Relocation Firma gegründet und im Februar dieses Jahres die Hilfsorganisation «A River of Hope» ins Leben gerufen. Diese betreut Projekte in Afrika, Costa Rica und Israel. Momentan weilt Doron-Zahner in Kinshasa, wo sie die Fussballschule eröffnet, die «A River of Hope» in weniger als einem Jahr aufgebaut hat.

Claudia Doron-Zahners Lebenslauf zeigt: Sie setzt ihre Ideen auch in die Tat um. «Sobald man den ersten Schritt von einer Idee zur Umsetzung getan hat, fällt alles Weitere leicht. In dem, was ich heute mache, habe ich keinen Beruf, sondern eine Berufung gefunden.» Dieser Berufung will sie auch weiterhin folgen – mit Projekten in Afrika, Costa Rica, Israel und nicht zuletzt mit «Roots Werdenberg» in der Ostschweiz.

Tina Ehrenzeller

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